In Portugal leiden schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung an einer Form von Autoimmunerkrankung, wobei viele dieser Fälle nicht diagnostiziert werden.

"Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang nicht diagnostiziert werden, oft weil eine Krankheit in Remission ist oder weil die Symptome nie schwerwiegend genug waren, um den Patienten zu beunruhigen", erklärt Dr. Carlos Carneiro, Facharzt für Innere Medizin bei der HPA Health Group und Koordinator der ambulanten Sprechstunde für Autoimmunerkrankungen. Auch er ist für seine Arbeit auf diesem Gebiet weithin anerkannt.

Was sind Autoimmunkrankheiten?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, was genau Autoimmunkrankheiten sind: "Es handelt sich um Krankheiten, bei denen der menschliche Körper sich selbst angreift. Es gibt Theorien, die davon ausgehen, dass Autoimmunkrankheiten entstehen, wenn der Körper nicht mehr unterscheiden kann, was zu ihm gehört und was nicht."

Eine Autoimmunerkrankung ist auch nicht standardmäßig vorhanden. Die Symptome treten oft in Schlüsselphasen des Lebens auf, wie z. B. vor oder nach einer Schwangerschaft, wenn der Körper erhebliche Veränderungen erfährt. Sie können aber auch durch eine Infektion oder ein geschwächtes Immunsystem ausgelöst werden oder einfach über Nacht auftreten.

Bis vor kurzem war nur sehr wenig über Autoimmunkrankheiten bekannt, und bis heute wurden etwa 100 Autoimmunkrankheiten identifiziert. Die Diagnose einer Autoimmunkrankheit kann sehr schwierig sein, da die Symptome oft schwer zu erkennen sind und nur ein Autoimmunspezialist in der Lage ist, eine Diagnose zu stellen.

Von den etwa 100 bekannten Autoimmunkrankheiten sind rheumatoide Arthritis, Lupus, entzündliche Darmerkrankungen, Multiple Sklerose und Psoriasis die häufigsten. Laut Dr. Carlos Carneiro, der fast 7.000 Patienten wegen einer Autoimmunerkrankung konsultiert, kann eine Autoimmunerkrankung jedoch ein breites Spektrum von Organen und Systemen betreffen.

Häufige Symptome

Trotz des breiten Spektrums verschiedener Autoimmunerkrankungen lassen sich jedoch Gemeinsamkeiten feststellen, die bei der Diagnose und Behandlung hilfreich sein können.

"Die häufigsten Symptome sind Gelenkschmerzen und Hautunreinheiten, die häufig im Gesicht auftreten, aber es gibt auch andere Symptome, die auftreten können, ohne dass man sich ihrer Bedeutung bewusst ist: ein trockener Mund, trockene Augen, ungewöhnliche Müdigkeit oder plötzliche Schwellungen, die mit der Blutzirkulation in den Zehen und Fingern zusammenhängen können. Symptome wie diese in Verbindung mit wiederholten Infektionsschüben können auch ein Hinweis darauf sein, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um eine Autoimmunerkrankung auszuschließen", erklärt Dr. Carlos Carneiro.

Leider sind die Symptome manchmal schwieriger zuzuordnen: "Manche Autoimmunerkrankungen äußern sich beispielsweise nicht mit den oben genannten Symptomen, sondern mit anderen Symptomen wie wiederholten Fehlgeburten. In einigen Fällen ist eine Autoimmunerkrankung die Ursache für diese Erscheinungen", so Dr. Carlos Carneiro.

Bei einem so breiten Spektrum von Symptomen und Krankheiten ist es am besten, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen. Bei der HPA Health Group gibt es eine spezielle Abteilung für Autoimmunkrankheiten, die von Dr. Carlos Carneiro geleitet und koordiniert wird.

"Derzeit ist die HPA eines der landesweit führenden Zentren für Autoimmunerkrankungen. Wir haben drei Ärzte, die sich voll und ganz diesem Bereich widmen, von denen einer mit Kindern arbeitet", so der Arzt, der allein etwa 7.000 Patienten mit einer diagnostizierten Autoimmunerkrankung betreut.

Biologische Behandlungen

Die HPA-Autoimmunsprechstunde ist vom Gesundheitsministerium und der DGS zertifiziert, und die Patienten haben Zugang zu modernsten biologischen Medikamenten, die in jedem staatlichen Krankenhaus kostenlos erhältlich sind.

Vereinfacht gesagt, ist es mit dieser innovativen Behandlung möglich, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und nicht nur ihre Symptome zu lindern.

"Bei der biologischen Behandlung werden Medikamente eingesetzt, die direkt auf das Fortschreiten der Krankheit einwirken und diesen Teil der Krankheit verändern. Wir gehen fast bis zum Molekül, so dass das Fortschreiten der Krankheit behandelt wird und nicht ihre Symptome", sagt Dr. Carlos Carneiro.

Die Kombination von Erfahrung mit der innovativsten auf dem Markt verfügbaren Behandlung und einem multidisziplinären Team scheint ein erfolgreicher Ansatz zu sein.

"Wir dürfen die Kontrolle von Autoimmunkrankheiten nicht nur auf Medikamente beschränken. Wenn wir von Behandlung sprechen, meinen wir nicht nur eine pharmakologische Behandlung, sondern einen multidisziplinären Ansatz, der die Lebensqualität, körperliche Bewegung und Ernährung berücksichtigt. Der Patient muss als Ganzes betrachtet werden, wobei die pharmakologische Behandlung nur eine dieser Komponenten ist", erklärte er gegenüber The Portugal News.

Darüber hinaus betreibt HPA auch medizinische Forschung zu Autoimmunkrankheiten mit dem Ziel, das Bewusstsein für das Phänomen der Autoimmunkrankheiten sowohl bei den Angehörigen der Gesundheitsberufe als auch bei den Patienten zu schärfen.

"Wir haben Forschungsartikel, die veröffentlicht werden sollen, zusätzlich zu allen Aktivitäten, die wir speziell für Fachleute im Gesundheitswesen entwickeln, einschließlich unseres 'Podcasts Autoimmun 2021', neben anderen Projekten, die Fachleute im Gesundheitswesen und Patienten zusammenbringen", schloss der Arzt.