Die Europäische Kommission hat davor gewarnt, dass es "Anzeichen für eine mögliche Überbewertung der Immobilienpreise in den verschiedenen Mitgliedstaaten in Verbindung mit einer hohen Verschuldung der Familien" gibt.

Die Brüsseler Analyse der Immobilienpreise in der EU zeigt "weit verbreitete Anzeichen einer Überbewertung", wobei Portugal neben Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Frankreich und Deutschland zu den besorgniserregendsten Fällen gehört. Die Studie der Europäischen Kommission ergab, dass eine Familie in Portugal mehr als 10 Jahre des durchschnittlichen verfügbaren Einkommens benötigt, um ein Haus von 100 Quadratmetern zu bezahlen. Dies ist auch in 10 anderen EU-Ländern der Fall, darunter Spanien, Österreich, Frankreich und Griechenland.

Während die Pandemie viele große Volkswirtschaften zum Stillstand brachte, stieg der Immobilienmarkt in Portugal und 10 anderen Mitgliedstaaten in dieser Zeit weiter an, mit Zuwächsen von über 6 Prozent. Obwohl im ersten Quartal 2021 in Portugal ein Hauspreiswachstum von 5,2 Prozent verzeichnet wurde, stiegen die Immobilienpreise im zweiten Quartal noch einmal auf 6,6 Prozent.

Anspannung bei Hypotheken

Die Immobilienpreise wachsen schneller als in den letzten zehn Jahren und stellen ein "Risiko" dar, insbesondere in Verbindung mit der "hohen Verschuldung der Familien", so die EK.

Angesichts der steigenden Inflation in Europa, "unsicherer Anpassungen" auf den Arbeitsmärkten und eines möglichen Anstiegs der Zinssätze könnte die Fähigkeit der Haushalte, ihre Hauskredite zu bezahlen, beeinträchtigt werden, da diese Faktoren "zusätzlichen Druck" auf das Familienbudget ausüben könnten.

Im Gegensatz zum Anstieg der Verschuldung dürfte der wirtschaftliche Aufschwung jedoch nicht zu einer Korrektur der Immobilienpreise führen, so die Europäische Kommission, auch wenn sie einräumt, dass die Verknappung des Wohnungsangebots kurzfristig zu einer Entspannung der Situation beitragen könnte.

Dem Bericht der Europäischen Kommission zufolge werden die "Risiken von Abwärtskorrekturen bei den Immobilienpreisen durch Angebotsengpässe gemildert". Das "weniger dynamische" Wohnungsangebot hat zum Preisanstieg beigetragen, während die "geringere" Bautätigkeit ebenfalls dazu beigetragen hat, die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen der Korrektur der Wohnungspreise zu verringern.

Einem Bericht von Idealista zufolge teilte die Banco de Portugal (BdP) mit, dass das Land gegen Veränderungen bei den Immobilienpreisen geschützt sei, da ein eventueller Rückgang der Immobilienpreise, der beispielsweise auf eine Erhöhung des Angebots zurückzuführen sei, "tendenziell durch die in den letzten Jahren erfolgte Verringerung der Schuldenquote der Haushalte aller Einkommensstufen und durch die Verbesserung des Risikoprofils der Kreditnehmer abgeschwächt wird", so die BdP.