Einheimische Portugiesen oder "estrangeiros", die hier leben, werden diese kleinen Biester kennen, aber es kann nicht schaden, sie aufzufrischen und Neuankömmlinge zu warnen, die sie vielleicht noch nicht kennen (was unter diesen Umständen wahrscheinlich nicht der beste Ausdruck ist). Wenn Sie in einem Gebiet mit Kiefern oder Zedern leben, sollten Sie unbedingt weiterlesen.

Jedes Jahr ab dem Spätwinter sollten Sie nach dem Ausschau halten, was wie eine pelzige Schlange aussieht, aber in Wirklichkeit eine Reihe von Raupen ist, die Sie besser meiden sollten. Schon jetzt können Sie die seidigen Nester sehen, die die Larven hoch oben in den Kiefernbäumen bauen. Diese wurden als Eier von dem völlig harmlosen Prozessionsspinner Thaumetopoea pityocampa abgelegt.

Der erwachsene Falter ist eine unschuldig aussehende, gedrungene, pelzige Motte, die ihre Flügel wie ein Zelt über ihren Körper hält. Jedes Mottenweibchen legt eine große Anzahl schuppenbedeckter Eier in der Nähe der Kronen von Kiefern ab, wobei die Eier tatsächlich Kieferntriebe imitieren. Nach dem Schlüpfen fressen die Larven Kiefernnadeln und durchlaufen dabei ihre fünf Entwicklungsstadien. Um den Winter zu überleben, bauen die Raupen ein Nest aus Seidenfäden, das hoch in den Kiefern zu sehen ist. Damit ist sie eine der wenigen Insektenarten der gemäßigten Zonen, bei denen sich die Larven im Winter entwickeln. Im Frühjahr, ab Februar, wenn sie zur Verpuppung bereit sind, verlassen die Raupen die Nester in einer langen Reihe - einer "Prozession" - für die die Art bekannt ist. Sie verkriechen sich dann unter der Erde, verpuppen sich und schlüpfen zwischen Mitte Mai und August.

Die Larven sind ein großer Schädling in Nadelwäldern und die Hauptursache für die Zerstörung von Kiefernwäldern, da sie in der Lage sind, Bäume vollständig zu entlauben, wenn sie in großer Zahl vorhanden sind. Sie leben gemeinschaftlich in diesen großen, seidenartig aussehenden Nestern, von denen es oft mehrere in einem einzigen Baum gibt.

Gefährlich sind jedoch die "Haare". Sie verteidigen sich gegen Fressfeinde mit auffälligen Haaren, die eine reizende Chemikalie enthalten, und der einfache Kontakt mit diesen Haaren kann bei Menschen und Tieren schwere Hautausschläge und Augenreizungen verursachen, wobei manche Menschen möglicherweise allergisch reagieren. Wenn sie gestresst oder bedroht sind, stoßen die Larven des fünften Stadiums außerdem harpunenförmige Haare aus, die in alle unbedeckten Hautstellen in der Nähe eindringen und diese reizen. Ein unvorsichtiger Hund kann beispielsweise Entzündungen an Maul, Zunge und Lippen bekommen, wenn er an einer Raupe leckt oder sie in sein Maul bekommt. In den schlimmsten Fällen können sie sogar einen Teil der Zunge und der Lippen verlieren.

Und es kommt noch schlimmer: Wenn Ihr Haustier eine Raupe verschluckt, kann dies zu einer Entzündung des Kehlkopfes führen, die die Atmung beeinträchtigt und möglicherweise zum Tod des Tieres führt. Wenn die Haare vom Wind aus den Nestern getragen werden, können sie bei Tieren und Menschen Augenlidentzündungen und Hornhautgeschwüre verursachen und beim Schnüffeln an der Raupe oder ihrem Nest eine Nasenhöhlenentzündung hervorrufen.

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Alles in allem sollte man die Kiefern- oder Zedernbäume überprüfen, bevor man sich ihnen nähert! Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Haustier mit diesen haarigen kleinen Plagegeistern in Berührung gekommen ist, bringen Sie es am besten sofort zu Ihrem Tierarzt, der den Schweregrad der Verletzungen beurteilen und die geeignetste Behandlung verschreiben wird.

Befindet sich der Baum auf Ihrem Grundstück, sollten Sie die Kiefern in den Monaten Oktober und November mit einem biologischen Insektizid besprühen, da die Raupen in dieser Zeit schlüpfen. Wenn Sie das Nest sicher erreichen können und es klein genug ist, versuchen Sie, es zu entfernen. Tragen Sie Handschuhe und Kleidung, die möglichst viel von Ihrem Körper bedeckt, und nehmen Sie das Nest vom Baum ab. Denken Sie daran, Ihre Kleidung anschließend zu wechseln, um sicherzustellen, dass kein Teil des Nestes an Ihnen kleben bleibt. Sobald das Nest auf dem Boden liegt, verbrennen Sie es, sofern dies gefahrlos möglich ist, um sicherzugehen, dass die Insassen tot sind. In extremen Fällen sollten Sie den Baum sogar ganz entfernen.