Wir sind in unserem Haus etwas paranoid, was das Eindringen von Ungeziefer angeht - mein Mann verfolgt eine Fliege oder eine Mücke mit einer Sprühdose oder einem Schlag und viel Gemurmel, bis er triumphierend ruft: "Hab ich dich, du kleiner ****!" oder so ähnlich. Er hat ein chronisches Allergieproblem, also bleibt das Haus so weit wie möglich eine mückenfreie Zone.

Aber es gibt Wanzen, die viel zu klein sind, um sie mit bloßem Auge zu sehen, die beißen und sich sogar in die Haut bohren können. Man nennt sie mikroskopische Wanzen oder weiße Wanzen, und mich juckt es schon beim Gedanken daran. Am häufigsten denkt man dabei an Bettwanzen, aber die kann man tatsächlich sehen, also gelten sie nicht als unsichtbar.

Krätze

Eine von ihnen, die man nicht sehen kann, ist die Krätzemilbe Sarcoptes scabiei, die weißlich-braun und nur einen halben Millimeter lang ist. Sie bohren sich in die äußere Hautschicht und legen dort ihre Eier ab. Bevor sie sich eingraben, beißen diese mikroskopisch kleinen Wanzen in die Haut und sind so winzig, dass man sie selbst dann nicht sehen kann, wenn man die Bissstelle genau in dem Moment betrachtet, in dem sie zustechen. Die Symptome treten erst nach vier bis sechs Wochen auf und können als Mückenstiche oder Akne fehlinterpretiert werden, aber der überzeugendste Beweis für Krätze ist der unaufhörliche Juckreiz, und man sieht unter der Haut spurenähnliche Höhlen, die zu Ausschlägen führen. Bleibt die neugeborene Krätze unbehandelt, breitet sie sich unter Ihrer Haut aus und vermehrt sich.

Körperläuse

Diese Läuse befallen die Nähte von schmutziger Kleidung und legen dort ihre Eier ab. Wie Bettwanzen müssen sich auch Körperläuse von menschlichem Blut ernähren, um zu überleben. Das Gute daran ist, dass man diese mikroskopisch kleinen Beißer nur an äußerst schmutzigen Orten mit beengten Wohnverhältnissen findet. Die Symptome von Läusen sind starker Juckreiz und Hautausschlag. Bei wiederholtem Befall mit Läusen verdickt und verfärbt sich die Haut. Dieser Zustand wird als Vagabundenkrankheit bezeichnet.

Ein Befall mit Körperläusen ist bei einer hygienischen Person, die täglich badet, Zugang zu sauberer Kleidung hat und in einer sauberen Wohnung lebt, unwahrscheinlich. Körperläuse sehen aus wie winzige schwarze Flecken auf der Haut.

Rattenmilben und Vogelmilben

Ratten- und Vogelmilben sind Parasiten, die sich von dem Blut ihrer Wirte ernähren, indem sie sich an deren Körper festhalten oder sich in deren Nestern verstecken. Wenn Sie jedoch Ratten- oder Vogelnester in Ihrer Wohnung entdecken und sie beseitigen, müssen Sie gründlich aufräumen, denn die verbliebenen Milben suchen sich einen anderen Wirt - und das könnten Sie sein.

Sowohl ungefütterte Ratten- als auch Vogelmilben sind mikroskopisch klein und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie können cremefarben oder schwarz sein, aber nach ihrer Blutmahlzeit nehmen sie an Größe zu und färben sich rot, was sie sichtbar machen kann, und es kann einen Fachmann erfordern, um sie zu beseitigen.

Noch kleinere Wanzen

Wenn man die Mücken und die kleinen Viecher, die klein genug sind, um durch das Fliegengitter zu kommen, hinter sich gelassen hat, hat man es mit bakteriellen Wanzen zu tun, zu denen unter anderem Tuberkulose, Milzbrand, Tetanus, Leptospirose, Lungenentzündung, Cholera und Botulismus gehören, wobei E. coli und Salmonellen wahrscheinlich am häufigsten vorkommen. Alles Ungeziefer, auf das wir sicher verzichten können!

Aber nicht alle Bakterien sind böse, und tatsächlich beherbergt unser Körper schätzungsweise 100 Billionen "gute" Bakterien, von denen sich viele in unserem Darm befinden. Wir leben nicht nur in Harmonie mit diesen guten Jungs, sondern sie sind auch für unser Überleben unerlässlich. Einige von ihnen helfen unserem Körper bei der Verdauung der Nahrung und der Aufnahme von Nährstoffen im Verdauungstrakt. Forschungsergebnissen zufolge können uns die nützlichen Bakterien auch vor ihren gefährlichen Verwandten schützen, indem sie Säuren produzieren, die ihr Wachstum hemmen und das Immunsystem zur Bekämpfung der Bakterien anregen - also Vorsicht: Wenn wir bei einer Infektion Antibiotika einnehmen, töten wir gleichzeitig all diese guten Jungs.