Die Gewährung von Zuschüssen des Europäischen Forschungsrates in Höhe von insgesamt 728 Millionen Euro ist eine dieser Neuigkeiten. Und die Tatsache, dass zwei dieser Projekte in Portugal entwickelt werden, sollte deutlich hervorgehoben werden.
Der Europäische Forschungsrat hat 349 Forscher aus der Mitte ihrer Laufbahn für seine prestigeträchtigen Konsolidierungsstipendien ausgewählt. Es handelt sich um eines der wettbewerbsfähigsten Programme in Europa, das Pionierforschung fördert und Forscher mit nachgewiesenen Leistungen und großem Potenzial auszeichnet. Unter diesen Projekten werden zwei in Portugal angesiedelt sein. Dies geschieht nicht zufällig.
Eines der Projekte wird am Instituto Superior Técnico unter der Leitung von Ricardo Araújo entwickelt, der zwei Millionen Euro für die Erforschung des evolutionären Ursprungs der Endothermie erhalten hat. Es mag wie ein weit vom Alltag entferntes Thema erscheinen, aber es handelt sich um Grundlagenforschung, die zum Verständnis der Evolution des Lebens beiträgt und langfristig so unterschiedliche Bereiche wie Biologie, Medizin oder Technologie beeinflusst.
Das zweite Projekt wird in der Champalimaud-Stiftung in Lissabon entwickelt. Juan Álvaro Gallego, der sich während seines Studiums am Imperial College London beworben hatte, wählte Portugal für die Entwicklung seiner neurowissenschaftlichen Forschung. Ihr mit 2,1 Millionen Euro gefördertes Projekt zielt darauf ab, die Mechanismen des Gehirns zu verstehen, die mit dem Lernen und der Ausführung spezialisierter Bewegungen verbunden sind. Es geht um Erkenntnisse, die sich direkt auf Bereiche wie Rehabilitation, neurologische Krankheiten und sogar Robotik auswirken.
Für mich sagt diese Wahl viel über den Moment aus, den Portugal gerade erlebt. Jahrelang haben wir über die Notwendigkeit gesprochen, Talente anzuziehen, Bedingungen für exzellente Forschung zu schaffen und zu verhindern, dass unsere besten Köpfe immer ins Ausland gehen. Heute erleben wir gerade die umgekehrte Entwicklung. Spitzenforscher entscheiden sich für Portugal, um Spitzenforschung zu betreiben, die von den anspruchsvollsten Einrichtungen in Europa finanziert wird.
Mit diesen Zuschüssen werden nicht nur Projekte finanziert. Sie finanzieren Teams, Labors, Fortbildung und internationales Ansehen. Jedes ERC-Projekt zieht andere Forscher an, schafft eine kritische Masse und bringt portugiesische Einrichtungen auf das weltweite Wissenschaftsradar. Auf diese Weise wird ein solides und wettbewerbsfähiges Ökosystem aufgebaut.
Man darf auch nicht vergessen, dass diese Stipendien an Zentren und Universitäten in 25 Ländern vergeben werden. Dass Portugal auf diesem Niveau konkurriert und gewonnen hat, zeigt, dass die Qualität unserer Wissenschaft auf dem Niveau der besten in Europa liegt. Es ist nicht nur der individuelle Verdienst der Forscher, sondern auch ein Spiegelbild der konsequenten Arbeit von Einrichtungen wie IST und der Champalimaud-Stiftung.
In einem Land, in dem so oft nur über das Kurzfristige gesprochen wird, erinnert uns diese Nachricht an etwas Wesentliches. In die Wissenschaft zu investieren bedeutet, in die Zukunft zu investieren. Sie schaffen Wissen, Innovation, wirtschaftlichen Wert und die Fähigkeit, selbst Entscheidungen zu treffen. Die Wissenschaft liefert keine unmittelbaren Ergebnisse, aber sie ist die Grundlage für alles andere.
Portugal mag klein sein, aber wenn es auf das richtige Wissen setzt, zeigt es, dass es einen Platz am Tisch der Großen hat. Diese Zuschüsse des Europäischen Forschungsrats sind ein weiterer Beweis dafür.








