Tavernen und kleine Lokale wurden nach und nach durch Fastfood-Ketten oder in Supermärkte integrierte Restaurants ersetzt. Dieselbe Zeitung berichtet, dass dieser Trend im ganzen Land zu spüren ist.

Daniel Serra, Präsident des nationalen Verbands Pro.Var, warnte gegenüber Jornal de Notícias (JN), dass das Gaststättengewerbe derzeit einen "Sturm erlebt, der so tödlich ist wie die Pandemie". Um die aufgezeigten Probleme zu lindern, befürwortet Daniel Serra eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf 6 %. Der Leiter von Pro.Var stellt außerdem fest, dass noch nie so viele Restaurants zum Verkauf standen, wie es in verschiedenen Immobilienanzeigen zu sehen ist.

Trotz des geschilderten Szenarios weigert sich der Vizepräsident des Nationalen Verbandes für Hotels, Restaurants und Tourismus laut Executive Digest, die Situation als allgemeine Krise zu bezeichnen, sondern spricht von einer Phase der Umgestaltung des Angebots. Allerdings räumt er ein, dass kleine Restaurants dem Wettbewerb stärker ausgesetzt sind.

Verringerung der Kaufkraft

Die sinkende Kaufkraft der Portugiesen ist einer der Gründe, die für den Rückgang der Kunden in traditionellen Restaurants genannt werden. Auch veränderte Verbrauchergewohnheiten können den Rückgang der Gäste in den traditionellen Restaurants erklären. Die Portugiesen essen heute mehr zu Hause und vermeiden es, teurere Mahlzeiten in Restaurants einzunehmen.

Daniel Serra zeigt auf, dass das Phänomen in Lissabon begann, sich aber auch auf andere Städte und sogar Dörfer ausgebreitet hat. Es wird erwartet, dass bis 2026 viele typische Restaurants ihr Geschäftsmodell anpassen müssen, um nicht schließen zu müssen. Es wird jedoch erwartet, dass die Schließung von Restaurants auch Auswirkungen auf den Tourismus haben wird, da die portugiesische Küche bei Touristen sehr beliebt ist.

Zum Mitnehmen

Neben den großen Restaurantketten sind die Supermärkte mit ihren Mitnahmeservices zu wichtigen Konkurrenten in diesem Sektor geworden. Executive Digest zeigt auch, dass es in diesem Zusammenhang immer schwieriger wird, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, da die meisten Arbeitnehmer im Hotelgewerbe bleiben wollen.

Auf der Grundlage offizieller Daten zeigt Executive Digest, dass bis Oktober 2025 fast 1.000 Gastronomiebetriebe geschlossen und mehr als 2.900 eröffnet wurden. Daniel Serra ist jedoch der Ansicht, dass die Statistiken irreführend sein können, da viele unter individuellen Namen gegründet werden.

Neben der Forderung nach einer Senkung der Mehrwertsteuer fordern die Vertreter des Gaststättengewerbes auch eine Überprüfung der mit der Tätigkeit verbundenen Steuern, einschließlich derjenigen, die auf das Urheberrecht für Hintergrundmusik erhoben werden.