Angesichts der Tatsache, dass die Hälfte der nationalen Betriebe betroffen ist und geschätzte Verluste in Höhe von "vielen Millionen" zu beklagen sind, bitten die Schweinehalter dringend um Hilfe, um ein soziales Problem zu vermeiden.
"Der Schweinesektor ist normalerweise für seine Widerstandsfähigkeit bekannt, aber dies ist die größte Krise aller Zeiten. Sie hat 50 % der nationalen Produktion betroffen, aufgeteilt auf die Regionen Lissabon und Tejo-Tal, Alentejo und Zentral, wobei letztere am stärksten betroffen ist", erklärte der Präsident des portugiesischen Verbands der Schweinezüchter (FPAS), David Neves, gegenüber Lusa.
Obwohl es noch nicht möglich ist, die durch das schlechte Wetter verursachten Verluste in diesem Sektor zu beziffern, schätzt der Verband die Verluste aufgrund der anhaltenden Ausfälle in der Energie- und Kommunikationsversorgung auf "viele Millionen Euro".
Allein in der Region Leiria arbeiten mehr als 50 Schweinehaltungsbetriebe noch mit Stromaggregaten, was nach Ansicht des FPAS ein soziales Problem darstellen könnte, da viele von ihnen Familienbetriebe sind und die täglichen Kosten für die Nutzung dieser Geräte bei etwa 600 Euro liegen.
Der Verband der Schweinehalter hat 246 Meldungen über Vorfälle auf den Betrieben erhalten, von denen 1,5 Millionen Tiere betroffen waren.
Wird es zu einer Fleischknappheit kommen?
David Neves wies die Möglichkeit einer Schweinefleischknappheit in Portugal, einem der Länder mit dem höchsten Schweinefleischverbrauch, zurück, da der europäische Markt einen Überschuss aufweist.
Er warnte jedoch davor, dass der Selbstversorgungsgrad Portugals bereits bei etwa 60 % liege und dass die nationale Produktion zurückgehen werde, was zu einer größeren Abhängigkeit vom Außenmarkt und zu wirtschaftlichen Folgen führen werde.
Der Präsident des FPAS erklärte, es sei verfrüht, die Auswirkungen dieses Rückgangs einzuschätzen, und betonte, dass es zwar so aussehe, als ob wir zur Normalität zurückkehren würden, dies aber nicht überall der Fall sei.
Schwierige Kommunikation
"Die Kontakte und die Kommunikation sind sehr schwierig. Das Internet gibt es nicht überall. Die Menschen müssen fast bis in die Städte reisen, um zu kommunizieren", betonte er.
David Neves versicherte auch, dass die Veränderung der Schweinefleischpreise auf dem nationalen Markt nicht mit dem Wetter zusammenhängen wird.
Maßnahmen der Regierung
Was die von der Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen betrifft, so räumte der Verband zwar ein, dass sie "gut strukturiert" seien, doch seien sie "offensichtlich unzureichend", und er forderte eine rasche Auszahlung der Mittel an die Erzeuger.
"Heute hat niemand Zugang zu irgendetwas. Das Geld ist noch nicht bei den Menschen angekommen. Die Liegenschaften unternehmen große finanzielle Anstrengungen, um die Auswirkungen zu minimieren", schloss er.








