Sie verdeutlichen jedoch auch die Notwendigkeit struktureller Maßnahmen in den Bereichen Regulierung, Anziehung von Talenten und Wettbewerbsfähigkeit. In einem internationalen Kontext, der von geopolitischer Unsicherheit und rasanter technologischer Entwicklung geprägt ist, bleibt Portugal attraktiv, auch wenn seine Fähigkeit, seine Position bei internationalen Investoren zu konsolidieren, zunehmend von institutioneller Effizienz und regulatorischer Vorhersehbarkeit abhängt.

Die AmCham Portugal hat in Zusammenarbeit mit PwC als Knowledge Partner die wichtigsten Ergebnisse der vierten Auflage ihrer Umfrage unter Führungskräften amerikanischer Unternehmen, die in Portugal tätig sind, sowie unter Exportunternehmen vorgestellt, um ihre wichtigsten Erwartungen für 2026 zu ermitteln.

Wichtigste Umfrageergebnisse:

- Die Unternehmen zeigen mehr Vertrauen in die wirtschaftlichen Aussichten für 2026, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

- 78 % der Unternehmen erwarten ein Umsatzwachstum im Jahr 2026, und mehr als 60 % planen neue Investitionen.

Credits: Bild zur Verfügung gestellt; Autor: AMCHAM;

Auf die Frage nach den wichtigsten Herausforderungen für 2026:

- Für ihr Unternehmen: Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt (54 %), Komplexität der Vorschriften und bürokratische Prozesse (49 %) und Cyber-Bedrohungen (41 %).

- Für ihren Sektor: Wettbewerbsfähigkeit (51 %), gefolgt von Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung qualifizierter Talente (49 %) und Komplexität der Rechtsvorschriften (43 %).

- Für Portugal: Komplexität der Rechtsvorschriften (62 %), Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte (57 %) und wirtschaftliche Instabilität (46 %).

Aus geostrategischer Sicht wurden die technologische Innovation und die Digitalisierung in Europa als die wichtigsten geostrategischen Herausforderungen für Unternehmen identifiziert, mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,3 auf einer Skala von 0 bis 5. Es folgten der Einfluss der Vereinigten Staaten und Europas im globalen Kontext (beide mit 3,7 bewertet) sowie die transatlantischen Handelsbeziehungen (USA-EU).

Was die künstliche Intelligenz (KI) betrifft, so spielt sie eine zentrale Rolle in den Unternehmensstrategien: 94 % der Unternehmen investieren bereits in KI, wobei sich mehr als die Hälfte derzeit in der Entwicklungsphase befindet. Dennoch bleibt der durchschnittliche Reifegrad mittelmäßig, was auf ein beträchtliches Wachstumspotenzial, aber auch auf Konsolidierungsbedarf hinweist. Während viele Unternehmen berichten, dass sie in KI investieren, haben nur relativ wenige KI-Prozesse formalisiert, eine klare Roadmap für KI-Initiativen definiert oder qualifizierte KI-Talente angeworben.

Credits: Bild zur Verfügung gestellt; Autor: AMCHAM;

Die Studie zeigt auch, dass die Handelszölle zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union bisher nur begrenzte Auswirkungen auf die meisten Unternehmen hatten: 84 % berichten von mäßigen, begrenzten oder keinen Auswirkungen. Es besteht jedoch ein starker Konsens über die Notwendigkeit einer koordinierten europäischen Handelsreaktion, die auf der Zusammenarbeit zwischen Ländern und Regionen beruht.

Im Gegensatz dazu haben regulatorische Änderungen und die Unsicherheit in den Vereinigten Staaten den Berichten zufolge erhebliche Auswirkungen auf die Unternehmen, da sie die Entscheidungen in Bezug auf den Standort, die Preisgestaltung und die Direktinvestitionen beeinflussen.

In Portugal wirken sich die jüngsten Änderungen der Einwanderungs- und Visavorschriften allmählich auf strategische Entscheidungen aus, stellen aber weiterhin gewisse Hindernisse dar. Bürokratie und lange Bearbeitungszeiten werden von 72 % der Unternehmen als Haupthindernis für die Anwerbung ausländischer Talente genannt.

Im Bereich der Nachhaltigkeit schließlich berichten die meisten Unternehmen trotz der Verschärfung der europäischen Vorschriften von begrenzten Auswirkungen auf ihr Geschäft. Ein beträchtlicher Teil der Unternehmen hat bereits Nachhaltigkeitskriterien in ihre Lieferketten integriert, wobei sie die Komplexität der Vorschriften als Herausforderung ansehen, aber auch Chancen zur Differenzierung im Wettbewerb erkennen.

Lesen Sie die vollständige Studie unter: www.amchamportugal.pt.