Aber es ist nicht mehr das, was es einmal war. Wir verbringen immer mehr Zeit damit, online mit unseren Lieblingsmannschaften zu interagieren. Sicher, die Atmosphäre in den Stadien ist heilig (und im Gegensatz zu anderen Kulturen noch nicht touristisch geprägt), aber dennoch ist die Art und Weise, wie Sportfans in Portugal und Brasilien mit ihren Mannschaften interagieren, fast ausschließlich digital.

Brasilianische Fußballfans und soziale Interaktion

Für brasilianische Fußballfans ging es bei der Unterstützung eines Vereins schon immer um Gemeinschaft. Das ist in einem Land von kontinentalen Ausmaßen auch nötig - die Fans von Flamengo, die Tausende von Kilometern voneinander entfernt leben, haben ein gemeinsames Interesse. Es ist das Schmiermittel, um neue Freunde zu finden.

Aber ein großer Teil dieser Kommunikation findet natürlich online statt, und brasilianische Vereine investieren zunehmend in digitales Engagement, um diese weit entfernten sócios (Mitglieder) einzubinden.

Angefangen hat es mit dem Konsum von Nachrichten, aber jetzt beteiligen sich die Fans auf alle möglichen Arten - einige davon sind sogar spielerisch gestaltet worden. Das kann die Vorhersage von Spielergebnissen oder die Teilnahme an Second-Screen-Erlebnissen während der Spiele sein - und einiges davon wird von den offiziellen Vereins-Apps angeboten, weil sie wissen, dass es sich lohnt, das Engagement der Fans zu verbessern.

Das digitale Ökosystem ist ein Gleichmacher für Fans, die nicht in der Nähe des Stadions wohnen und bisher keinen direkten Zugang zur Vereinskultur hatten. Wenn man bedenkt, wie groß die brasilianische Diaspora in den USA ist, werden sich diese 2 Millionen Menschen nach einer Verbindung zu ihren brasilianischen Clubs sehnen.

Aufbau stärkerer Fan-Gemeinschaften

Spezialisierte Plattformen sorgen dafür, dass diese Fangemeinden interaktiver und organisierter werden. Sowohl in Portugal als auch in Brasilien wurden die traditionellen Foren (die es schon seit den Anfängen des Internets gibt) durch digitale Zentren ersetzt. Was bedeutet das nun?

Vereine wie der FC Porto und Benfica in Portugal und Palmeiras oder Corinthians in Brasilien nutzen diese Plattformen, um exklusive Inhalte hinter den Kulissen und eine direkte Kommunikation mit den Sportlern zu ermöglichen, ähnlich wie ein Podcaster mit einem Patreon.

Das schafft ein stärkeres Gefühl der Mitgliedschaft und Zugehörigkeit, das früher unmöglich war. In der Tat wurden die Fans von den Teams als Konsumenten betrachtet (sogar als Dauerkarteninhaber), bevor sie zu Mitgliedern der Gemeinschaft wurden, die auf viel dynamischere Weise monetarisiert werden können. Der Anteil der Ticketverkäufe an den Vereinseinnahmen wird immer geringer.

Fan-Token sind ein Instrument zur Beteiligung

Fan-Token haben die Möglichkeiten verändert, da sie mittlerweile einen Marktwert von mehr als 200 Millionen US-Dollar haben, was auf frühe Vorreiter wie den FC Porto und Santos zurückzuführen ist. Durch den Besitz von Fan-Token erhalten die Fans das Recht, über kleinere, aber symbolträchtige Vereinsentscheidungen abzustimmen, sei es das Design eines Mannschaftsbusses, die Musik, die nach einem Tor gespielt wird, oder sogar die inspirierende Botschaft, die in der Umkleidekabine steht.

Das ist mehr als nur eine Mitgliedschaft - es ist Eigentum. Wie ein Aktionär in einem Unternehmen (auch wenn das technisch gesehen nicht stimmt), sind die Fans Stakeholder, die an den Entscheidungen beteiligt sind. Abgesehen von einer Stadiontour und einer Club-Suite gab es früher nur wenige Möglichkeiten, sich wirklich für sein Lieblingsteam zu engagieren. Heute ist es ein Portal für exklusive Inhalte, Belohnungen und zweiseitiges Engagement, nicht nur für einseitige Newsfeeds.