Laut einem Bericht der Fachzeitschrift Argus, der sich auf Daten von Eurostat und der Joint Organisations Data Initiative (JODI) stützt, ist Portugal durch die Unterbrechung der Versorgungswege im Nahen Osten besonders gefährdet und damit nach dem Vereinigten Königreich das am zweitstärksten gefährdete europäische Land.

Trotz der Ernsthaftigkeit der Warnung weist die Analyse auf Lösungen und mildernde Faktoren hin, die dem Land helfen können, diese kritische Phase zu überstehen, insbesondere im Frühjahr, und zwar durch die Stabilität der nationalen Raffinerie, da Portugals einzige Raffinerie im vergangenen Jahr ihre Wartungsarbeiten abgeschlossen hat, wodurch eine stabile inländische Produktionskapazität für die kommenden Monate gewährleistet ist.

Diese Energiesicherheit wird durch ein strategisches Importmanagement ergänzt, denn obwohl Portugal seine Käufe aus dem Persischen Golf in der Regel um den Mai herum wieder aufnimmt, bleibt den Behörden noch ein Zeitfenster, um den Austausch von Lieferanten oder die Verstärkung strategischer Reserven zu planen, bevor die Auswirkungen auf dem Höhepunkt des Sommers kritisch werden.

Der operative Optimismus wird jedoch durch die Kritik an der strukturellen Abhängigkeit von sensiblen Seewegen gedämpft, wobei die Publikation Argus hervorhebt, dass die Schließung der Straße von Hormuz durch den Iran der Hauptauslöser für diese Krise ist und die Durchfahrt von Tankschiffen, die für den europäischen Markt wichtig sind, einschränkt.

Wenn der Verkehr bis Mai eingeschränkt bleibt, wird die Kapazität Portugals, seine Vorräte wieder aufzufüllen, rasch abnehmen und dem Trend anderer Länder wie Ungarn (5 Monate), Dänemark (6 Monate) und Großmächten wie Deutschland und Italien (7 Monate) folgen.

Die abschließende Diagnose der Experten ist eindeutig: Portugal und Europa stehen vor einer drohenden Verknappung, die eine koordinierte Reaktion erfordert.

Das Vereinigte Königreich läuft Gefahr, seinen Kerosinvorrat in nur drei Monaten zu erschöpfen, was einen Dominoeffekt auf den europäischen Flugverkehr auslösen und eine dringende Diversifizierung der nationalen Versorgungsstrategie erzwingen würde.