Die FRESH Legal Group weist in einem kürzlich veröffentlichten Beratungsbericht darauf hin, dass das Ende der beliebten portugiesischen Regelung für den nicht-habituellen Wohnsitz (NHR) die Steuerlandschaft für Fernarbeitnehmer grundlegend verändert hat - und dass viele Neuankömmlinge dies noch nachholen müssen.

Ein Traum vom Lebensstil - mit einem versteckten Preis

Portugal zieht weiterhin jedes Jahr Tausende von digitalen Nomaden an, die von seinem Klima, seiner Sicherheit und seiner internationalen Gemeinschaft angezogen werden. Laut der Firma führt jedoch derselbe Optimismus und die "Finde es selbst heraus"-Mentalität, die vielen zum geschäftlichen Erfolg verhilft, jetzt zu schwerwiegenden Steuerfehlern.

"Der Lebensstil ist real", stellt die Kanzlei fest - aber das gilt auch für das Steuerrisiko.

Viele Neuankömmlinge gehen immer noch davon aus, dass sie von einer vorteilhaften steuerlichen Behandlung profitieren werden, ähnlich wie bei der jetzt abgeschafften NHR-Regelung. In Wirklichkeit unterliegen Personen, die in Portugal steuerlich ansässig werden, in der Regel progressiven Einkommenssteuersätzen von bis zu 48 %, wobei zusätzliche Solidaritätszuschläge und Sozialversicherungsbeiträge die tatsächliche Belastung möglicherweise noch deutlich höher ausfallen lassen.

Für gut verdienende Fernarbeitnehmer kann dies ein Schock sein.

Das "70%-Problem"

Der Analyse des Unternehmens zufolge könnten digitale Nomaden mit sechsstelligen Einkommen mit kombinierten Steuer- und Sozialversicherungskosten in Höhe von 70 % konfrontiert werden, wenn sie ihre Angelegenheiten falsch strukturieren.

Das portugiesische Steuersystem umfasst:

  • Progressive Einkommenssteuersätze, die bei relativ bescheidenen Einkommen 48 % erreichen
  • Ein Solidaritätszuschlag von bis zu 5 %
  • Sozialversicherungsbeiträge von ca. 21 % für Selbständige (und höher in einigen Beschäftigungsszenarien)

Was wie eine Verbesserung des Lebensstils aussieht, kann schnell zu einem finanziellen Rückschlag werden.

Die IFICI-Realität

Portugal hat eine Ersatzregelung - bekannt als IFICI / NHR 2.0 - eingeführt, die hochqualifizierte Fachkräfte und Innovatoren anziehen soll. Die Firma betont, dass der Zugang zu dieser Regelung zwar durchaus möglich ist, dass sie aber viel gezielter als die NHR konzipiert wurde. Die Firma hat auch ein Tool zur Überprüfung der IFICI-Förderfähigkeit entwickelt und wird in Kürze ein kostenloses Webinar veranstalten , um zu erklären, wie IFICI für digitale Nomaden funktioniert.

Entscheidend ist, dass viele digitale Nomaden davon ausgehen, dass sie sich einfach dadurch qualifizieren, dass sie ferngesteuert arbeiten oder gut verdienen - eine Annahme, die das Unternehmen als gefährlich" bezeichnet.

"Die Qualifikation für IFICI erfolgt nicht einfach dadurch, dass jemand gut darin ist, Code zu schreiben oder ein Startup aufzubauen", heißt es in der Mitteilung.

Ein schrumpfender Spielraum für Fehler

Eines der größten Risiken ist das Timing.

Die Firma warnt davor, dass das Versäumnis, die eigene Steuerposition von Anfang an richtig zu strukturieren, den Zugang zu vorteilhaften Regelungen dauerhaft gefährden kann - und zwar nicht nur für ein einziges Jahr, sondern möglicherweise für den gesamten zehnjährigen Begünstigungszeitraum.

Gleichzeitig zieht das portugiesische Visum für digitale Nomaden (D8) weiterhin Fernarbeitskräfte an, von denen viele nach einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen im Land steuerlich ansässig werden, was die volle Besteuerung des weltweiten Einkommens auslöst.

Dadurch entsteht eine Diskrepanz zwischen Einwanderungsplanung und Steuerplanung - mit kostspieligen Folgen.

Von 70 % auf sehr günstige Steuern - aber nur mit Planung

Trotz der Warnungen betont die Kanzlei, dass Portugal bei richtiger Strukturierung immer noch sehr steuergünstig sein kann.

Mit der richtigen Planung können die effektiven Steuersätze erheblich gesenkt werden - aber nur durch frühzeitige, koordinierte Rechts- und Steuerberatung.

Die Botschaft ist klar: Die Möglichkeiten bleiben bestehen, aber der Spielraum für Fehler hat sich drastisch verringert.

"Wir müssen mit Ihnen gleichziehen"

Der Ton der Warnung ist ungewöhnlich direkt für eine professionelle Beratungsfirma.

"Wir müssen Ihnen die Augen öffnen", schreibt das Unternehmen und fordert die digitalen Nomaden auf, nicht mehr davon auszugehen, dass Portugal ein einfaches Niedrigsteuerland bleibt.

Stattdessen wird das derzeitige Umfeld als eines beschrieben, das eine überlegte Strategie erfordert - und keine Improvisation.

Für eine Bevölkerungsgruppe, die es gewohnt ist, sich schnell zu bewegen und spontan zu optimieren, könnte dies die schwierigste aller Anpassungen sein.

Unterm Strich: Portugal ist immer noch eines der attraktivsten Reiseziele für digitale Nomaden - aber für diejenigen, die ab 2025 kommen, ist die Zeit der einfachen Steuergewinne vorbei. Ohne eine gute Planung können die Kosten eines Fehltritts sehr hoch sein.

Kostenlose Ressourcen:

1. kostenloses Webinar für digitale Nomaden

2. portugiesische IFICI / NHR 2.0 Zusammenfassung

3. das IFICI-Tool zur Überprüfung der Anspruchsberechtigung