Die AIMA hatte irrtümlich eine Ausweisungsverfügung gegen ein neunjähriges brasilianisches Kind erlassen, das seit seinem achten Lebensmonat an der Algarve lebt.

Die Familie von Beatriz stammt ursprünglich aus Goiânia und wohnt jetzt in Albufeira. Am 7. April erhielten sie überraschend einen Bescheid über die freiwillige Ausreise aus dem nationalen Hoheitsgebiet, obwohl die Eltern einen festen Arbeitsplatz und eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung haben.

Die Behörde lehnte den Antrag zunächst mit dem Hinweis auf den fehlenden Nachweis einer Unterkunft ab. Juristen und Fachleute bezeichneten dies als "schwerwiegenden Fehler" und als Verstoß gegen die Rechte der Kinder, da die Namen beider Kinder auf dem von den Eltern vorgelegten Mietvertrag standen.

Institutionelle Krise

Dieser Vorfall löste bei der AIMA eine institutionelle Krise aus, da die Beschwerden gegen die Agentur im ersten Quartal 2026 um 36 % zunahmen. Die Situation offenbarte Verwaltungsmängel und Unzufriedenheit mit der Transparenz der Regularisierungsverfahren.

Die Situation verschärfte sich, als der Name des Minderjährigen in das System der inneren Sicherheit und in die Datenbanken des Schengen-Raums aufgenommen wurde.

Verstoß gegen die Verfassung

Anwälte und Menschenrechtsexperten machten geltend, dass die Entscheidung der AIMA gegen die portugiesische Verfassung und die Erklärung der Rechte des Kindes verstößt. Der daraus resultierende öffentliche Aufschrei veranlasste die Behörde, den Fall zu überprüfen und zu bearbeiten, nachdem er in den Medien bekannt wurde.

Entschuldigung bei der Familie

Nach Bekanntwerden des Falles räumte die AIMA ihren Fehler ein, hob die Abschiebungsanordnung auf und bestätigte, dass die Aufenthaltsgenehmigung für Beatriz und ihren Bruder erteilt wurde. Die Bescheide wurden entsprechend berichtigt.

In einer offiziellen Erklärung verpflichtete sich die Behörde, die "Rechtmäßigkeit, Kohärenz und Qualität der Verwaltungsentscheidungen" zu gewährleisten, doch fordern Rechtsexperten nun eine interne Untersuchung, um die Verantwortung zu ermitteln.

Politische Konsequenzen

Dieser Vorfall kommt zu einem heiklen Zeitpunkt, nämlich vor dem offiziellen Besuch von Präsident Lula da Silva in Portugal am 21. April. Einwanderung, Fremdenfeindlichkeit und die Funktion der Aufnahmeeinrichtungen werden im Mittelpunkt der Gespräche mit Präsident António José Seguro und Premierminister Luís Montenegro stehen.