Auf der Branchenveranstaltung StreamTV Europe, die kürzlich in Lissabon stattfand, sprachen führende Vertreter der lokalen Film- und Medienbranche darüber, wie sich das Land als ernsthafter Produktionsstandort positioniert. Das Gespräch konzentrierte sich mehr auf das, was Portugal als Ganzes bieten kann, und weniger auf Kostenvergleiche. Vielfältige Landschaften, ein wachsendes internes Unterstützungssystem für Filmemacher und ein klarer Vorstoß in Richtung Nachhaltigkeit sind Teil dieses Bildes. Von Küstenklippen und historischen Dörfern bis hin zu modernen städtischen Kulissen - die Bandbreite der Drehorte ermöglicht es Produktionen, sehr unterschiedliche Welten einzufangen, ohne das Land zu verlassen.

Die Entscheidung für Portugal

In den letzten Jahren haben sich internationale Produktionen zunehmend für Portugal als Kulisse entschieden. Das historische Dorf Monsanto war in House of the Dragon zu sehen, und auf Madeira wurden Dreharbeiten für eine Star Wars-Serie durchgeführt. Auch Großprojekte wie Damseland Heart of Stone haben in dem Land gedreht. Gleichzeitig gewinnen lokale Produktionen auch außerhalb Portugals an Aufmerksamkeit, wie das Netflix-Drama Turn of the Tide, das sich über mehrere Staffeln hinweg ein festes Publikum aufgebaut hat. Diese Mischung aus globalem und lokalem Storytelling trägt dazu bei, das Profil des Landes in der Branche zu schärfen.

Wichtige Faktoren

Die Zahlen der Branche weisen auf eine Kombination von Faktoren hin, die dieses Wachstum antreiben. Die finanziellen Anreize wurden aktualisiert, um der Nachfrage nach größeren Produktionen besser gerecht zu werden, wodurch Portugal in Europa wettbewerbsfähiger geworden ist. Gleichzeitig werden die Koproduktionen mit internationalen Partnern weiter ausgebaut. In Portugal gibt es inzwischen Dutzende von Vereinbarungen, die es Projekten erleichtern, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten und Zugang zu größeren Finanzierungsnetzen zu erhalten.

Auch die Art und Weise, wie Filme gemacht werden, und nicht nur der Drehort stehen zunehmend im Mittelpunkt. Das Thema Nachhaltigkeit ist in den Vordergrund gerückt, und es wird darauf geachtet, dass die Produktion einen geringeren Fußabdruck hinterlässt. Dies umfasst alles, vom Energieverbrauch am Set bis hin zur Beschaffung und Wiederverwendung von Materialien. Darüber hinaus helfen Investitionen in Technologie und digitale Infrastruktur dem Land, mit einer sich schnell verändernden Branche Schritt zu halten, in der virtuelle Produktions- und Postproduktionsmöglichkeiten immer wichtiger werden.

Lissabon als Filmstandort

Insbesondere Lissabon positioniert sich als mehr als nur ein Drehort. Mit Initiativen zur Förderung von Innovation und Kreativwirtschaft bemüht sich die Stadt, nicht nur Produktionen, sondern auch die dahinter stehenden Unternehmen und Talente anzuziehen. Ziel ist es, ein langfristiges Ökosystem aufzubauen, das den gesamten Produktionszyklus unterstützt, von der Entwicklung bis zum Endschnitt.

Wachsendes Interesse

Die portugiesische Filmkommission ist noch relativ jung, aber das Interesse an dem Land ist schnell gewachsen. Ein neues mehrjähriges Förderprogramm soll bis zum Ende des Jahrzehnts laufen, das mit erheblichen Investitionen unterstützt wird und sowohl inländische als auch internationale Projekte fördern soll. Es setzt sich auch immer mehr die Erkenntnis durch, dass Flexibilität und Zusammenarbeit der Schlüssel zur Aufrechterhaltung dieser Dynamik sein werden.

Die Attraktivität für Filmemacher wird immer deutlicher. Portugal bietet eine visuelle Vielfalt, eine bessere Infrastruktur und einen kollaborativen Ansatz, der sich ständig weiterentwickelt. Für das Land selbst bedeutet dies einen Wandel von einem gelegentlichen Drehort zu einem Ort, an dem Produktionen zunehmend von Grund auf aufgebaut werden, mit der Kapazität, Projekte in jeder Phase zu unterstützen.