Die neue Gesetzgebung, die die Regierung für die modulare Bauweise vorbereitet, könnte diesen Wandel endlich herbeiführen, und das zu einer Zeit, in der das Land mit einer der größten strukturellen Herausforderungen der letzten Jahrzehnte konfrontiert ist: dem Wohnungsmangel.
Portugal baut weiterhin weit unter dem, was notwendig ist. Die Folgen sind sichtbar und überraschen niemanden mehr. Die Quadratmeterpreise steigen ständig, was den Zugang zu Wohnraum erschwert und Familien und Unternehmen deutlich unter Druck setzt. Das Problem ist nicht neu, aber es wurde mit Lösungen behandelt, die oft nur an der Oberfläche ansetzen.
Das industrialisierte Bauen erscheint hier als eine echte Chance. Es handelt sich nicht um eine neue oder experimentelle Technologie. Es handelt sich um ein Modell, das bereits in mehreren europäischen Ländern erprobt wurde, wo es kürzere Bauzeiten, eine bessere Vorhersehbarkeit der Projekte und vor allem eine größere Dimension ermöglicht. Und genau an dieser Größenordnung hat es in Portugal gemangelt.
Die Ankündigung einer neuen Verordnung ist daher ein wichtiges Signal. Durch die Schaffung von Rahmenverträgen, die für die öffentliche Verwaltung und die Gemeinden zugänglich sind, versucht die Regierung, eines der Haupthindernisse in diesem Sektor zu beseitigen: die Schwierigkeit, diese Art von Lösungen in die öffentliche Auftragsvergabe und die Genehmigungsverfahren zu integrieren. Vereinfachung, Homologierung und Vorhersehbarkeit sind grundlegende Schritte für das Funktionieren des Marktes.
Dabei darf jedoch ein Punkt nicht außer Acht gelassen werden. Das Problem war nie das Fehlen von Lösungen. Das Problem war die Art und Weise, wie das System sie aufnimmt.
Heute bleiben viele Projekte in langwierigen Genehmigungsverfahren, unterschiedlichen Auslegungen der Gemeinden und dem Fehlen klarer Standards für neue Bauverfahren stecken. Die modulare Bauweise wird trotz ihrer Vorteile oft als Ausnahme behandelt, obwohl sie eigentlich als Teil der Hauptlösung angesehen werden sollte.
Wenn es mit dieser neuen Gesetzgebung gelingt, einen klaren und einheitlichen Rahmen zu schaffen, könnte sie weitaus größere Auswirkungen haben, als es den Anschein hat. Sie kann Projekte beschleunigen, indirekte Kosten senken und vor allem Investoren und Projektträgern das Vertrauen geben, auf dieses Modell zu setzen.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Kommunen diesen Wandel mittragen. Sie sind es, die letztendlich die Macht haben, über die Projekte zu entscheiden. Und sie sind es auch, die diese Chance in einen echten Motor für die Erhöhung des Angebots verwandeln oder im Gegenteil das derzeitige Tempo der Blockierung beibehalten können.
Portugal muss nicht nur mehr bauen. Es muss schneller und effizienter gebaut werden, und zwar mit einem System, das funktioniert.
Industrialisiertes Bauen kann ein Teil dieser Antwort sein. Dieses neue Gesetz kann der erste Schritt sein. Aber wie in so vielen anderen Bereichen wird alles von der Umsetzung abhängen.








