Portugal wurde in einem neuen internationalen Ranking, das von der globalen Reiseplattform Big 7 Travel in Zusammenarbeit mit dem nachhaltigen Autovermieter Green Motion anlässlich des Earth Day 2026 veröffentlicht wurde, zum sechstgrünsten Reiseziel der Welt gekürt.

Der Bericht bewertete die Reiseziele anhand einer Kombination von Faktoren, einschließlich des Wachstums von Elektro- und Hybridfahrzeugen, der Ladeinfrastruktur, der Ladekosten, der Kohlenstoffintensität von Strom und der Nachhaltigkeitspolitik der Regierung. Anstatt alle Länder in eine einzige Kategorie einzuordnen, wurde die Rangliste in verschiedene Stufen eingeteilt, die den Grad des Fortschritts der einzelnen Länder beim Übergang zur Elektromobilität widerspiegeln.

Portugal sicherte sich weltweit den sechsten Platz, gefolgt von skandinavischen Ländern wie Norwegen, Finnland und Dänemark, während es vor den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Deutschland rangiert.

E-Mobilitäts-Tourismus in Portugal wächst weiter

Einer der Hauptgründe, warum Portugal in dem Bericht hervorsticht, ist die schnell wachsende Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen. Den Daten von Green Motion zufolge sind die Buchungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in Portugal im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 250 % gestiegen - das ist der höchste Zuwachs unter allen in der Studie berücksichtigten Ländern.

Das Land wird auch immer praktischer für Reisen mit Elektrofahrzeugen. In Portugal gibt es derzeit durchschnittlich 14,9 Ladepunkte pro 100 Straßenkilometer, während die Ladekosten mit durchschnittlich 3,18 Euro pro 100 Kilometer zu den niedrigsten in Europa gehören.

Ein Land wie geschaffen für landschaftlich reizvolle Fahrten

Portugal ist aufgrund seiner geografischen Lage schon seit langem ein beliebtes Ziel für Autoreisen, aber der Bericht legt nahe, dass diese Erfahrung auch zunehmend nachhaltig ist.

Zu den hervorgehobenen Strecken gehörte die Fahrt zwischen Porto und Pinhão im Douro-Tal. Sie wird oft als eine der landschaftlich reizvollsten Strecken des Landes bezeichnet und führt entlang des Flusses Douro durch weinbewachsene Hänge, kurvenreiche Straßen und dramatische Aussichtspunkte.

Der Abschnitt zwischen Peso da Régua und Pinhão ist besonders bekannt für seine Kombination aus Flussblicken und scharfen Kurven, die eine Strecke schaffen, die sowohl visuell beeindruckend als auch einprägsam zu fahren ist. Im Gegensatz zu vielen europäischen Roadtrips, die sich ausschließlich auf Langstrecken konzentrieren, verbinden Portugals Routen oft Küstenlandschaften, ländliche Dörfer, Weinregionen und geschützte Naturlandschaften auf relativ kurzen Strecken.

Eine andere im Bericht erwähnte Route verbindet Bilbao mit Porto und führt durch Küsten-Naturparks und historische Städte sowohl in Spanien als auch in Portugal.

Nachhaltiger Tourismus jenseits der Straßen

Der Wandel hin zu umweltfreundlicherem Reisen in Portugal ist nicht nur auf den Straßen sichtbar. Im ganzen Land gibt es immer mehr Beherbergungsprojekte, die ihre Identität auf Nachhaltigkeit, Natur und Slow-Tourismus-Erfahrungen aufbauen.

Im Alentejo wurden die Cocoon Lodges für ihr minimalistisches, ökologisch ausgerichtetes Konzept hervorgehoben, das sich durch nachhaltige Materialien und eine umweltfreundliche Bauweise in die umliegende Landschaft einfügt.

Weiter nördlich bietet Moinho do Maneio einen restaurierten Aufenthalt im Dorfstil, bei dem ländliche Traditionen, lokale Produkte und Naturerlebnisse im Mittelpunkt stehen, während Casa do Fundo die Besucher direkt in eine der wichtigsten geschützten Landschaften Portugals bringt.

Auf den Azoren wurde São Miguel als ideales Reiseziel für den Tourismus mit Elektrofahrzeugen hervorgehoben, da die Inselgruppe das erste zertifizierte nachhaltige Reiseziel der Welt ist. Der Bericht erwähnte auch das Banana Eco Camp als Teil der wachsenden Ökotourismusbewegung, die das Reisen sowohl auf dem portugiesischen Festland als auch auf den Inseln prägt.

Die besten Wanderrouten

Auch der Wandertourismus spielt in Portugals nachhaltiger Reiseszene weiterhin eine wichtige Rolle. Die Rota Vicentina ist nach wie vor eine der bekanntesten Fernwanderrouten des Landes, die sich über 230 Kilometer entlang der Südwestküste erstreckt, während die Via Algarviana durch Dörfer und Naturschutzgebiete im Landesinneren der Algarve führt. Der Seven Hanging Valleys Trail zwischen Praia da Marinha und Praia de Vale Centeanes in der Nähe von Carvoeiro gilt als eine der schönsten Küstenwanderungen der Algarve.

Die nordischen Länder sind die Vorreiter für umweltfreundliche Reisen

Wenn es um nachhaltiges Reisen auf der Straße geht, sind die nordischen Länder dem Großteil Europas eindeutig voraus. Bessere Ladeinfrastruktur, sauberere Energie und die starke Verbreitung von Elektroautos machen Autoreisen in der Region immer einfacher - und gleichzeitig umweltfreundlicher.

Norwegen steht an der Spitze der Rangliste der umweltfreundlichsten Reiseziele der Welt, wo Elektrofahrzeuge bereits zum Alltag gehören. Zwischen Januar und Mai 2025 waren 96 % aller Neuzulassungen in dem Land batteriebetriebene Elektrofahrzeuge. Das norwegische Straßennetz ist inzwischen größtenteils mit Ladestationen ausgestattet.

Eine der im Bericht hervorgehobenen Strecken ist die Fahrt von Geiranger nach Trollstigen, die für ihre dramatischen Fjorde, Bergstraßen und scharfen Kurven bekannt ist, die sie zu einer der kultigsten Straßenfahrten des Landes gemacht haben.

An zweiter Stelle steht Finnland, wo die Verbreitung von E-Fahrzeugen nicht nur in den Städten, sondern auch in den abgelegenen nördlichen Regionen zunimmt. Nach Angaben von Green Motion entfallen inzwischen fast die Hälfte der Buchungen von Elektro- und Hybridfahrzeugen in Finnland auf Elektrofahrzeuge. Die Straße zwischen Karigasniemi und Utsjoki, die dem Teno-Fluss nahe der norwegischen Grenze folgt, wurde als eine der landschaftlich reizvollsten Strecken der nordischen Länder hervorgehoben.

Dänemark belegte mit mehr als 126.000 verkauften Elektroautos im Jahr 2025 den dritten Platz, was unterstreicht, wie schnell Elektroautos dort Teil des Alltags werden. Das Land ist auch einer der erschwinglichsten Orte für Schnellladungen in Europa.

Knapp dahinter liegt Island, das mit durchschnittlich 2,89 Euro pro 100 Kilometer das günstigste Land in Europa für das Laden von Elektroautos ist. Fast der gesamte isländische Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen, insbesondere aus geothermischer Energie, mit der auch die meisten Haushalte im Land versorgt werden.

Den Abschluss der Top Five bildet Schweden, das seine E-Mobilitätsinfrastruktur weiterhin schnell ausbaut. Die Zahl der öffentlichen Ladestationen stieg allein im Jahr 2024 um 34 %, und auch die Zahl der ultraschnellen Ladegeräte wurde landesweit erhöht. Da ein Großteil des schwedischen Stroms aus Wasserkraft und Kernenergie stammt, haben elektrische Fahrten dort einen geringeren ökologischen Fußabdruck als in vielen anderen Teilen Europas.