Der mit dem Booker-Preis ausgezeichnete Autor Douglas Stuart ist mit seinem neuesten Roman zurück...
Belletristik
1. John von John von Douglas Stuart
Er hat es mit seinem Debütroman Shuggie Bain bewiesen, aber Douglas Stuarts dritter Roman ist nicht nur genauso außergewöhnlich, so wunderschön detailliert und so sehr von einem Ort erfüllt, dass man das Gefühl hat, physisch dort zu sein, auch seine Charaktere bleiben einem im Gedächtnis, ohne ganz so erschütternd und unheilvoll zu sein. Das Ergebnis ist eine Geschichte und eine Besetzung, die man sorgfältig behandeln und in Ehren halten möchte. Cal wird von seinem Vater John auf die abgelegene, calvinistische schottische Insel zurückgerufen, auf der er aufgewachsen ist. John ist ein strenger Schafzüchter und Weber, der sich an die Heilige Schrift klammert und gleichzeitig gegen seine Schwiegermutter, die schurkische Ella, wettert. In ihrem heruntergekommenen Croft umkreisen sich die drei gegenseitig und hegen schwere Versäumnisse und Geheimnisse, die sie nicht preisgeben wollen. Sie bestrafen sich gegenseitig, während sie Cal heftig lieben, während das Inselleben und die kleinlichen Sorgen und Erwartungen ihrer Nachbarn die Risse füllen. Der Schreibstil ist atemberaubend, die Kulisse spektakulär, die Trauer über verpasste Chancen brutal. Ein brillantes, kraftvolles, nachhaltiges Buch.
Credits: PA;
2. Der Calamity Club von Kathryn Stockett
Es ist 17 Jahre her, dass Kathryn Stockett mit ihrem Debütroman The Help die Literaturszene eroberte. Der Roman war und ist ein großer Erfolg und wurde 2011 sogar von der Kritik verfilmt. The Calamity Club ist Stocketts mit Spannung erwarteter zweiter Roman, und da er schon so lange in der Mache war, ist die Spannung sicherlich groß. Der Roman spielt 1933 in Oxford, Mississippi, und erzählt die Geschichte dreier Frauen, die ihren eigenen Weg durch die Nöte der Depression finden. Wir beginnen mit der 11-jährigen Waise Meg, einem der "nicht adoptierbaren" Mädchen im Lafayette County Orphan Asylum. Als sie Birdie kennenlernt, eine junge Frau, die versucht, ihre Schwester an die harten Zeiten zu erinnern, die sie hinter sich gelassen hat, glaubt Meg, endlich jemanden getroffen zu haben, dem ihre Zukunft genauso am Herzen liegt wie ihr. Doch Birdie merkt, dass bei ihrer wohlhabenden Schwester nicht alles so ist, wie es scheint, und als sie die temperamentvolle Charlie kennenlernt, führt ihre unerwartete Freundschaft zu einem kühnen und verwegenen Plan. Stockett ist mit dieser rührenden, ergreifenden und sehr lustigen Geschichte über Schwesternschaft, Stärke und Liebe mit einem Paukenschlag zurück. Die 17 Jahre Wartezeit haben sich gelohnt.
9/10
Credits: PA;
3. The Lowe Job von Grace Alexander
The Lowe Job begleitet Lydia Lowe und ihre vier Töchter: Lili, Stevie, Iris und Katie, deren Leben in einen unerwarteten Aufruhr gerät. Das Chaos beginnt, als Lili in eine Beziehung mit ihrem Chef - ebenfalls ein verheirateter Politiker - verwickelt wird, wodurch die Familie sofort ins Visier der Öffentlichkeit gerät. Doch anstatt sich aus dem Rampenlicht zurückzuziehen und zu versuchen, sich im Schatten zu verstecken, nimmt Lydia, eine ehemalige Talentagentin, die Situation ihrer Tochter in die Hand und rückt sie weiter ins Licht der Öffentlichkeit. Im Laufe des Buches wird auch das Leben der anderen drei Töchter beleuchtet, die alle ihre eigene Geschichte, ihr Liebesleben, ihre Sorgen und persönlichen Kämpfe haben, während sie den Medienrummel um ihre Familie meistern. Im Kern geht es in dem Buch um Wahrnehmung, Neuerfindung und die komplizierte Dynamik des Familienlebens. Es zeigt, wie schnell sich die öffentliche Meinung ändern kann, aber auch, wie chaotisch, loyal und widerstandsfähig eine Schwesternschaft sein kann.
Sachbuch
Credits: PA;
4. Die Geheimnisse unserer DNA: Wie die Genetik die Welt verändert hat von Professor Turi King
Professor Turi King veranschaulicht, wie sich unser Verständnis der DNA in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Sie zeigt uns, wie ein einstiges Randgebiet der wissenschaftlichen Forschung dazu beigetragen hat, Morde aufzuklären, Familien wieder zusammenzuführen und bedrohte Arten zu schützen. Sie ist eine wunderbare Erzählerin, der es auf bewundernswerte Weise gelingt, einen wissenschaftlichen Prozess zu erklären, dem man nur schwer folgen kann, und gleichzeitig die Fantasie so anzuregen, dass man noch mehr Fragen hat. Am interessantesten ist das Buch, wenn sie die Verwendung von DNA bei der Aufklärung von Verbrechen, ihre Grenzen und die ethischen Aspekte bestimmter Forschungsarten wie dem Klonen beschreibt. Es wäre nützlich gewesen, mehr über den genetischen Einfluss auf das Verhalten zu lesen, zum Beispiel den Überlebensinstinkt der Tiere, aber auch über unsere eigenen unlogischen Macken. Insgesamt ist es eine aufschlussreiche Lektüre.
Kinderbuch der Woche
Credits: PA;
5. Maudie und Chip: Der perfekte Tag im Freien von Rosalind Beardshaw
Die Illustratorin Rosalind Beardshaw, Schöpferin der beliebten Reihe Wenn ein Drache kommt, um zu bleiben, stellt ein malerisches neues Bilderbuch vor, in dem Freundschaft, Unterschiede und Abenteuer gefeiert werden. Maudie und ihr Hund Chip haben den perfekten Ausflug geplant - sie machen sich auf den Weg zu einem Tag voller Sonne, Meer, Zuckerwatte und Sonnenuntergang, aber leider läuft nicht immer alles wie erwartet. Chip stört sich nicht an der Spontaneität, aber Maudie findet das unberechenbare Wetter - und einen Schwarm krächzender, hungriger Möwen - beunruhigend. Können die Freunde den Tag gemeinsam meistern, um am Ende doch noch Spaß zu haben? Beardshaws auffallende, von der Tradition inspirierte Illustrationen verleihen dieser sanften Geschichte über Kameradschaft Wärme und Charme, und ein unerwartetes Ende sorgt dafür, dass die bewährte Geschichte über Freundschaft frisch wirkt. Die Leserinnen und Leser werden zweifellos auf weitere Abenteuer des sympathischen Duos hoffen.







