Von hier aus öffnet sich der Blick über Gezeitenkanäle und Sandbänke bis zum Atlantik. Spanien liegt gleich hinter dem Horizont. Diese Lage erklärt, warum dieser Hügel schon lange vor der Entwicklung der modernen Algarve besiedelt wurde.
Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Gegend schon im Altertum aktiv war. Vor Tausenden von Jahren zogen Händler aus dem Mittelmeerraum an dieser Küste entlang und machten an natürlichen Ankerplätzen Halt, wo Boote Schutz fanden und Waren ausgetauscht werden konnten. Später, während der römischen Herrschaft, lebten die Gemeinden an der Ostalgarve stark von der Fischerei und der Fischverarbeitung. Die nahe gelegene Lagune und die Küste boten ideale Bedingungen für diese Arbeit.
Die Siedlung expandierte während der islamischen Zeit auf der Iberischen Halbinsel. Damals war die Stadt unter dem Namen Qast'alla bekannt und fungierte als kleines regionales Zentrum. Bei Ausgrabungen wurden Vorratsgruben und andere Überreste gefunden, die mit der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion in Verbindung stehen, was darauf schließen lässt, dass das umliegende Land eine stabile Bevölkerung beherbergte.
Die Kontrolle über das Gebiet verlagerte sich im 13. Jahrhundert während der christlichen Rückeroberung Südportugals. Im Jahr 1240 eroberten portugiesische Truppen die Siedlung von der maurischen Herrschaft. Die Verwaltung des Gebiets ging später auf den Santiagoorden über, einen Militärorden, der für die Verwaltung und den Schutz von Teilen der Südgrenze zuständig war. Zu seinen Aufgaben gehörte die Überwachung der Küstenverteidigung und die Verwaltung der örtlichen Ländereien.
Credits: TPN; Autor: Kam Heskin;
Cacela erhielt im späten 13. Jahrhundert während der Herrschaft von König Dinis eine königliche Charta. Mehrere Jahrhunderte lang hatte die Stadt eine bescheidene administrative Bedeutung für die Region. Seine erhöhte Lage über der Lagune ermöglichte eine gute Sicht auf die Schiffe, die die Küste entlangfuhren. Zu einer Zeit, als die Seewege für den Handel und die Kommunikation von zentraler Bedeutung waren, hatte dieser Aussichtspunkt einen strategischen Wert.
Zwei Bauwerke prägen das Dorf noch heute. Das eine ist die Kirche Igreja de Nossa Senhora da Assunção, die im frühen 16. Jahrhundert erbaut wurde. Das Gebäude ersetzte eine frühere Kirche und wurde später nach dem verheerenden Erdbeben von 1755, das in ganz Südportugal große Schäden anrichtete, wieder aufgebaut.
In der Nähe befindet sich die Festung, die die Flussmündung überblickt. An diesem Ort gab es bereits in früheren Zeiten Verteidigungsanlagen, doch die heutige Festung stammt hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert. Sie war Teil eines größeren Küstenverteidigungsnetzes zur Überwachung der Schifffahrtswege und zum Schutz der Küstenlinie.
Credits: TPN; Autor: Kam Heskin;
Mit der Zeit nahm die Bedeutung von Cacela ab. Die Veränderungen an der Küste veränderten die Schifffahrtsrouten, und die Städte in der Umgebung gewannen an Einfluss. Viele Bewohner zogen auf landwirtschaftliche Anwesen im Landesinneren und in größere Siedlungen.
Heute ist das historische Zentrum klein geblieben. Eine kurze Reihe von Häusern, die Kirche und die alte Festung befinden sich auf dem Hügel über der Lagune. Besucher kommen oft wegen der Aussicht auf die Ria Formosa und der ruhigen Atmosphäre, die im Gegensatz zu den belebteren Teilen der Algarveküste steht.
Trotz ihrer Größe bietet die Cacela Velha ein klares Zeugnis der Vergangenheit der Region. Die Schichten der Besiedlung, der Verteidigung und des Wiederaufbaus sind in einem Dorf sichtbar, das immer noch dieselbe Position über dem Wasser einnimmt, an der frühere Generationen seinen Wert erkannten.






