Diesen Studien zufolge treten Ereignisse, die früher als selten galten, immer häufiger auf und haben zunehmend schwerwiegende Auswirkungen auf Gemeinden, Infrastruktur und Küstengebiete.
Die neuen Erkenntnisse erscheinen in den Fachzeitschriften „Nature Climate Change“ und „Science Advances“, wobei zwei Studien belegen, dass der durch menschliche Aktivitäten verursachte Anstieg des Meeresspiegels die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse verändert hat.
Häufigere Ereignisse
Das Forschungsteam kombinierte Beobachtungen von Pegelmessern mit Klimamodellsimulationen, um die Häufigkeit extremer Meeresspiegelereignisse zwischen 1900 und 2005 zu analysieren. Die Gruppe kam zu dem Schluss, dass sich die mittlere Häufigkeit eines Extremereignisses, das alle 100 Jahre auftritt, um etwa das Zwölffache erhöht hat.
Mit anderen Worten: Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein Phänomen, das früher einmal pro Jahrhundert auftrat, nun alle acht Jahre auftreten kann. In Portugal könnte der Faktor jedoch noch besorgniserregender sein. Obwohl die Forscher keinen Zugang zu portugiesischen Pegelmessern hatten, wurden Analysen an der spanischen Küste durchgeführt, aus denen Rückschlüsse auf die portugiesische Küste gezogen werden können.
Portugal verzeichnet schnellere Anstiege
Einer der Forscher, Dangendorf, stellt fest, dass Portugal einen schnelleren Anstieg bei extremen Meeresspiegelereignissen verzeichnet als andere Regionen weltweit. Der Grund dafür liegt jedoch nicht in stärkeren Stürmen, sondern ausschließlich im Anstieg des Meeresspiegels.
In diesem Sinne ist Portugal Hochwasser und Sturmfluten ausgesetzt, die das Land leichter erreichen, was bedeutet, dass bereits mäßige Stürme Überschwemmungen verursachen können – etwas, das in der Vergangenheit nicht so häufig vorkam.
Der Forscher merkt außerdem an, dass die vorhandenen Statistiken veraltet sind und das aktuelle Risiko, dem das Land ausgesetzt ist, nicht widerspiegeln.
Menschliche Faktoren
Die in Science Advances veröffentlichte und von Daniel Gilford geleitete Studie analysiert das Problem, indem sie berechnet, wie oft der Wasserstand die als extrem geltenden Grenzwerte überschreitet.
Der Studie zufolge wird der Anstieg des Meeresspiegels vom Menschen verursacht, der für 58 % der zwischen 2000 und 2018 registrierten täglichen Vorkommnisse verantwortlich ist. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass menschliche Aktivitäten im Durchschnitt zu einer fast dreifachen Zunahme der Tage mit Extremereignissen seit 1970 geführt haben.







