Der Name Santarém geht auf eine faszinierende, historisch fundierte Legende aus dem 7. Jahrhundert zurück. Im Mittelpunkt dieser tragischen Geschichte steht Iria, eine fromme westgotische Adlige aus Nabância, die ein heiliges Keuschheitsgelübde abgelegt hatte. Ihre Schönheit weckte unerwiderte Besessenheit bei einem Adligen namens Britaldo und ihrem geistlichen Lehrer, dem Mönch Remígio.
Eines Tages verabreichte Remígio ihr in böser Absicht einen giftigen Trank, der Irias Bauch anschwellen ließ und so fälschlicherweise den Anschein einer Schwangerschaft erweckte. Britaldo glaubte den Gerüchten und beauftragte in seiner Wut einen Attentäter, der sie im Jahr 653 n. Chr. tötete.
Ihr lebloser Körper wurde daraufhin in den Fluss Nabão geworfen und trieb den Tejo hinunter. Wie durch ein Wunder erschien unter Wasser in der Nähe der römischen Stadt Scalabis ein von Gott versiegeltes Marmorgrab, das ihren unverwesten Leichnam umschloss. Erstaunt über dieses himmlische Ereignis benannte die damalige lokale Bevölkerung ihre Siedlung in „Sancta Irene“ um, woraus sich später „Santarém“ entwickelte.
Königin Isabel von Aragon errichtete später ein Steinmonument an der Stelle am Flussufer, an der das Grab für immer unter Wasser blieb. Ist es nicht interessant, wie Ereignisse wie diese unser modernes Leben weitaus stärker prägen, als wir annehmen?






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