In einem Rückblick auf die letzten drei Monate hebt SDR Portugal, die für die Umsetzung und Verwaltung des Systems zuständige Stelle, in einer Erklärung hervor, wie schnell und in zunehmendem Maße sich die Portugiesen an ein System gewöhnen, das zwar gerade erst angelaufen ist, aber dennoch eine erhebliche Umstellung der Gewohnheiten darstellt.

Stadtreinigung

In dem Dokument geht SDR auch auf Vorfälle im Zusammenhang mit der städtischen Hygiene in mehreren Städten des Landes ein, bei denen Mülleimer mutwillig beschädigt (und Abfall auf die Straße verstreut) wurden, um nach „Volta“-Verpackungen zu suchen.


SDR Portugal erklärt sich bereit, mit Kommunen, Behörden und Wirtschaftsakteuren zusammenzuarbeiten, um das Netzwerk zu stärken und die Sammellösungen anzupassen, und räumt ein, dass „wirksame Maßnahmen“ erforderlich sind.

Zudem warnt das Unternehmen, dass „konkrete Probleme zwar zügig gelöst werden sollten, jedoch keine endgültigen Schlussfolgerungen über eine erst kürzlich eingeführte öffentliche Politik zulassen“.

Ähnliche Fälle wie die aktuellen Vorfälle mit den Mülleimern in Portugal seien auch zu Beginn der Einführung des Systems in mehreren europäischen Ländern verzeichnet worden und hätten mit dem Ausbau der Infrastruktur abgenommen, als die Rückgabe von Verpackungen Teil des Alltags der Bürger wurde, sagt er.

Er nennt Beispiele: Deutschland, die Niederlande, Lettland, Malta und Irland. Jede Stadt entschied sich für unterschiedliche Lösungen, die von Aufklärungsmaßnahmen über die Anpassung der städtischen Infrastruktur bis hin zur Videoüberwachung reichten.

Maßnahmen im übrigen Europa

In Deutschland wurden an der Außenseite der Mülltonnen Halterungen für Pfandverpackungen angebracht, die somit gut sichtbar sind. Und in Lettland galt das Öffnen der Container in den ersten zwei Jahren als Problem, ging jedoch mit Änderungen in der städtischen Abfallwirtschaft deutlich zurück.

In Irland, dem Fall, der dem in Portugal am ähnlichsten ist, bestand das Problem in der Zerstörung von Behältern und verstreutem Müll. Es wurden Halterungen an der Außenseite für Pfandverpackungen angebracht, was das Problem jedoch nur teilweise löste. Fast zweieinhalb Jahre nach dem Start liegt die Sammelquote bereits bei über 90 %, und der Siedlungsabfall hat sich halbiert.

Rückgang der wilden Müllablagerungen

In der Stellungnahme betont SDR Portugal, dass wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass die Systeme zur Verringerung der wilden Müllablagerung und zu einer effizienteren Verwaltung des öffentlichen Raums beitragen.

Die Organisation kommt zu dem Schluss, dass Vandalismus an Containern hauptsächlich ein städtisches und lokal begrenztes Phänomen ist, das tendenziell abnimmt, und dass Kommunikation eine wichtige Rolle spielt.

Mehrere Länder haben die Botschaft bekräftigt, dass das Entsorgen von Verpackungen im unsortierten Abfall der Hauptgrund dafür ist, dass diese in den Behältern gesucht werden.

Der Verband SDR Portugal hebt zudem hervor, dass Volta die Erreichung der Umweltziele beschleunigt. Portugal erfüllt die von Brüssel auferlegten Ziele nicht und hat in den letzten drei Jahren bereits Bußgelder in Höhe von 600 Millionen Euro gezahlt, die aus dem Staatshaushalt bestritten wurden. Daten aus dem ersten Halbjahr deuten darauf hin, dass die Recycling-Sammlung stagniert.

Portugal führt das System ein

Portugal war das 19. Land in der Europäischen Union, das das System eingeführt hat. Derzeit gibt es bereits mehr als 2.500 automatische Volta-Sammelstellen, beispielsweise in Supermärkten. Hinzu kommen manuelle Sammelstellen und ein Netzwerk von 50 Kiosken.

Der Ausbau dieses Netzwerks sei unerlässlich, so der Verband, der darauf hinweist, dass 54 % der Siedlungsabfälle nach wie vor auf Deponien landen.

In der Erklärung stellt SDR zudem klar, dass Volta keine öffentlichen Gelder verwendet.

Die Anfangsinvestition wurde von Herstellern/Verpackern und Verpackungsunternehmen/Vertreibern getätigt, und die Finanzierung erfolgt durch private Einrichtungen sowie durch Einnahmen aus den gesammelten Materialien.

Nicht beanspruchte Pfandbeträge (10 Cent pro Verpackung) stellen weder einen Gewinn für SDR Portugal noch Einnahmen für den Staat dar. Sie werden in den Betrieb und die Verbesserung des Systems reinvestiert.