Der Vorschlag wurde am Montag bei einem Treffen in Lissabon zwischen der portugiesischen Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, und der marokkanischen Ministerin für Energiewende und nachhaltige Entwicklung, Leila Benali, erörtert. Wie Reuters berichtet, werden die beiden Regierungen auch mögliche private Investitionen prüfen, um die Finanzierung des Projekts zu unterstützen.
Die Idee, die Stromnetze Portugals und Marokkos miteinander zu verbinden, steht bereits seit mehreren Jahren zur Debatte, ist jedoch seit dem großen Stromausfall, der im April letzten Jahres weite Teile Portugals und Spaniens ohne Strom ließ, wieder in den Fokus gerückt. Der Ausfall löste eine breitere Debatte darüber aus, wie widerstandsfähig das iberische Stromnetz ist und ob mehr internationale Verbindungen erforderlich sind.
Derzeit tauscht Portugal Strom mit Spanien aus, während Marokko über zwei Unterseekabel unter der Straße von Gibraltar mit Spanien verbunden ist. Eine direkte Verbindung zwischen Portugal und Marokko würde eine weitere Route für den Stromtransport zwischen Europa und Nordafrika schaffen, wodurch die Abhängigkeit von bestehenden Verbindungen verringert und dem Netz im Falle von Problemen eine weitere Option geboten würde.
Das Projekt spiegelt zudem die wachsende Rolle wider, die erneuerbare Energien in beiden Ländern voraussichtlich spielen werden. Portugal hat die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie kontinuierlich gesteigert, während Marokko in den letzten zehn Jahren massiv in erneuerbare Energien investiert hat, darunter einige der weltweit größten Solarkraftwerke.
Reuters berichtete, dass bislang noch kein Bauzeitplan bekannt gegeben wurde und weitere technische Studien erforderlich sind, bevor das Projekt voranschreiten kann. Eine der nächsten Herausforderungen wird darin bestehen, finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union zu sichern.








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