Im Jahr 2026 ist der Markt nicht mehr nur eine Geschichte von Lissabon, Porto und der Algarve, sondern spiegelt eine breitere Realität wider, in der das Landesinnere auf dem Radar der Investoren an Bedeutung gewinnt. Dies ist kein Zufall, sondern eine direkte Folge des wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Wandels, der das Land umgestaltet.
Die Küstenlinie behält ihre Stärke. Gebiete wie Lissabon, Cascais, Oeiras, Porto und Teile der Algarve konzentrieren weiterhin den Großteil der internationalen Nachfrage. Die Kombination aus Lebensqualität, Sicherheit, Flugverbindungen, Dienstleistungen und internationaler Anerkennung untermauert dieses Interesse. Für viele ausländische Investoren stehen diese Standorte weiterhin für Sicherheit, Liquidität und Vorhersehbarkeit - wesentliche Faktoren in einem globalen Kontext, der nach wie vor von Unsicherheit geprägt ist.
Doch selbst auf diesen konsolidierten Märkten hat sich die Logik geändert. Der internationale Investor von heute ist anspruchsvoller geworden. Er achtet nicht mehr nur auf Lage und Ästhetik, sondern auch auf Energieeffizienz, Bauqualität, gutes Management und rechtliche Klarheit. Gut vorbereitete, schlüsselfertige Immobilien mit geringen Instandhaltungskosten und unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien heben sich in der Regel ab. Das Premium liegt nicht mehr nur in der Aussicht oder der Nähe zum Meer, sondern in der Gesamtqualität des Objekts.
In diesem Zusammenhang gewinnt der Innenbereich an Bedeutung. Der Preisdruck an der Küste führt dazu, dass ein Teil der Nachfrage auf Alternativen verlagert wird, wo der Wert pro Quadratmeter noch wettbewerbsfähiger ist. Aber die eigentliche Triebkraft dieses Wandels geht über den Preis hinaus. Fernarbeit und hybride Arbeitsformen ermöglichen es heute vielen Berufstätigen, außerhalb der großen Zentren zu leben, solange sie über eine gute digitale Anbindung, wichtige Dienstleistungen und eine angemessene Erreichbarkeit verfügen.
Noch wichtiger ist die Dezentralisierung der Investitionen in Talente und Technologie. In dem Maße, wie außerhalb der Großstädte verstärkte Universitätszentren, Innovationszentren, Projekte im Zusammenhang mit Energie, Industrie und digitaler Infrastruktur entstehen, wird eine qualifizierte Nachfrage nach Wohnraum geschaffen. Wo es Arbeitsplätze und produktive Investitionen gibt, reagieren die Immobilien. Das Landesinnere ist nicht mehr nur eine Lebensstilentscheidung, sondern wird zu einer wirtschaftlichen Entscheidung.
Natürlich werden nicht alle Binnenländer in gleicher Weise profitieren. Wie auf den internationalen Märkten wird es Städte und Regionen geben, die zu den Gewinnern gehören, und andere, die stagnieren werden. Der entscheidende Faktor wird das Vorhandensein eines Ökosystems sein: höhere Bildung, Infrastruktur, Mobilität und die Fähigkeit, Unternehmensinvestitionen anzuziehen.
Für den aufmerksamen Investor ist der Moment der strategischen Beobachtung gekommen. Die Küste wird stark bleiben, aber mit weniger Raum für Wachstum in einigen Segmenten. Das Landesinnere kann, wenn es gut gewählt ist, interessante Möglichkeiten bieten, insbesondere bei hochwertigen Sanierungsprojekten und gut strukturierten Mietobjekten. Portugal ist dabei, seine Landkarte des Wohnens neu zu gestalten, und diejenigen, die diesen Wandel frühzeitig erkennen, werden für die Zukunft besser aufgestellt sein.








