Meine Antwort lautet fast immer: „Bevor wir über Solarmodule sprechen, schauen wir uns doch erst einmal Ihre Stromrechnung genauer an.“
Damit beginnt jedes erfolgreiche Solarprojekt.
Wenn wir unsere Stromrechnung erhalten, konzentrieren wir uns meist auf den Endbetrag und gehen davon aus, dass Solarmodule die gesamten Kosten senken werden. Die einfache Antwort lautet: nicht ganz.
Ihre Stromrechnung enthält sowohl feste als auch variable Kosten. Solarmodule senken vor allem die variablen Kosten für den Strom, den Sie aus dem Netz beziehen, während einige feste Kosten immer bestehen bleiben.
Eine der wichtigsten Fixkosten ist Ihre vertraglich vereinbarte Leistung, die in kVA angegeben wird und mit Ihrem CPE (Delivery Point Code) verknüpft ist, der Ihre Immobilie im portugiesischen Stromnetz identifiziert. Je höher Ihre vertraglich vereinbarte Leistung ist, desto höher ist Ihre tägliche Netzzugangsgebühr, unabhängig davon, wie viel Strom Sie tatsächlich verbrauchen.
Wenn Sie ein neues Haus bauen oder die Installation einer Ladestation für Elektrofahrzeuge, einer Wärmepumpe oder anderer Geräte mit hohem Stromverbrauch planen, können Sie durch die Wahl der richtigen vertraglich vereinbarten Leistung von Anfang an später Zeit, unnötige Kosten und Verwaltungsaufwand sparen.
Als Nächstes kommen Ihre Stromtarife. Je nach Ihrer vertraglich vereinbarten Leistung können Sie einen Ein-Stufen-, Zwei-Stufen- oder Drei-Stufen-Tarif haben. Anschlüsse über 20,7 kVA werden in der Regel nach drei Verbrauchszeiträumen abgerechnet: „Vazio“ (Nebenzeiten), „Cheias“ (Standard) und „Ponta“ (Spitzenzeiten) – dieselben Begriffe finden Sie auch auf Ihrer Stromrechnung.
An dieser Stelle beginnt Ihre Rechnung, eine Geschichte zu erzählen.
Der während „Cheias“ und „Ponta“ verbrauchte Strom entspricht in der Regel den Stunden, in denen Ihre Solarmodule Energie für Ihren Haushalt erzeugen können. Ihr „Vazio“-Verbrauch, meist über Nacht, hilft dabei zu bestimmen, ob sich ein Batteriespeicher lohnt und, falls ja, welche Kapazität angemessen sein könnte.
Machen wir eine einfache Übung.
Addieren Sie Ihren monatlichen Verbrauch während der Cheias- und Ponta-Zeiten. Teilen Sie diese Zahl durch 30, um Ihren durchschnittlichen Tagesverbrauch zu erhalten, und teilen Sie das Ergebnis anschließend durch etwa 10.
Dies gibt Ihnen einen groben Anhaltspunkt für die Größe der Photovoltaikanlage, die für Ihr Haus geeignet sein könnte.
Wiederholen Sie nun die Übung mit Ihrem Vazio-Verbrauch. Teilen Sie diesen Monatswert durch 30, und Sie sehen, wie viel Strom Sie typischerweise jede Nacht verbrauchen. Dies liefert einen nützlichen Anhaltspunkt für die Batteriekapazität, die in Betracht gezogen werden sollte.
Natürlich ersetzt dies keine professionelle Energiebewertung, bietet aber einen nützlichen Ausgangspunkt. Dachausrichtung, Verschattung, Verbrauchsgewohnheiten, Wechselrichtergröße, Batteriekapazität und zukünftiger Energiebedarf sollten vor der Planung einer Anlage berücksichtigt werden.
Diese einfache Übung hilft jedoch bereits dabei, einige der häufigsten Fragen zu beantworten: Brauche ich mehr Solarmodule? Einen größeren Wechselrichter? Einen Batteriespeicher? Oder muss ich, falls ich bereits eine Anlage habe, diese einfach nur optimieren?
Sehr oft besteht die Antwort nicht darin, weitere Geräte zu installieren, sondern eine Anlage zu planen, die Ihrem tatsächlichen Verbrauchsprofil entspricht – heute und in Zukunft.
Behalten Sie vor allem eine einfache Regel im Hinterkopf: Die beste Solaranlage ist nicht die größte oder die teuerste. Es ist diejenige, die die Energie produziert, die Sie tatsächlich benötigen, wenn Sie sie am dringendsten brauchen, und die das beste Gleichgewicht zwischen Investition, Einsparungen und Energieunabhängigkeit bietet.
Abschließend möchte ich Ihnen eine Empfehlung geben, die meine Kunden oft überrascht: Halten Sie Ihr Haus immer an das Stromnetz angeschlossen.
Das Stromnetz bleibt als Reserve verfügbar. Selbst mit Solarmodulen und Batterien wird es immer Tage mit geringerer Erzeugung oder ungewöhnlich hohem Verbrauch geben. Sie werden zwar weiterhin einige Grundgebühren zahlen, aber die größten Einsparungen erzielen Sie, wenn Sie Ihre Stromrechnung verstehen und von Anfang an das richtige System wählen.
Wir bei Soren – Renewable Energy Consulting sind davon überzeugt, dass jedes Haus anders ist. Unsere Aufgabe besteht nicht einfach darin, Solarmodule zu installieren, sondern die richtige Energielösung für Ihren Lebensstil zu entwerfen.









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