Im Rahmen einer Strategie, sich als internationale digitale Kommunikationsplattform zu etablieren, feiert Portugal am 21. Juli die Inbetriebnahme von Googles transatlantischem Seekabel „Nuvem“. Das Unterseekabel wird Myrtle Beach in South Carolina (USA) mit Sines in Portugal verbinden. Zwischenstationen befinden sich auf den Bermudas und den Azoren.
Die neue Infrastruktur soll die Ausfallsicherheit der transatlantischen Kommunikation erhöhen, um dem anhaltenden weltweiten Wachstum der Nachfrage nach digitalen Diensten sowie der Datenübertragungskapazität und der Cloud-Computing-Infrastruktur gerecht zu werden.
Die Einweihungsfeier findet im Ozeanarium von Lissabon in Anwesenheit des Staatssekretärs für Staatsreform, Gonçalo Mations, statt und präsentiert das Seekabel als einen Schritt zur Festigung Portugals als digitales Tor Europas.
„Nuvem“ wird damit nach dem 2022 in Betrieb genommenen „Equiano“ das zweite große internationale Unterseekabelsystem von Google, das direkt mit portugiesischem Staatsgebiet verbunden ist. Das Projekt „Cape Sol“ zu den Azoren ist jedoch bereits für 2027 in Vorbereitung und stärkt damit die Rolle des portugiesischen Archipels bei interkontinentalen Verbindungen.
„Nuvem“ wird Googles globales Netzwerk robuster machen und neue Übertragungswege zwischen Nordamerika und Europa fördern. Dadurch könnten die Risiken von Dienstunterbrechungen sinken, während die Kapazitäten für die Nutzung digitaler Plattformen, Cloud-Dienste, künstlicher Intelligenz und des internationalen Datenverkehrs steigen werden. Das Projekt ist zudem wegweisend für eine direkte Unterseekabelverbindung zu den Bermudas.
Start von „Nuvem“
Der Start von „Nuvem“ erfolgt etwa ein Jahr, nachdem der portugiesische Staat das Projekt offiziell als Maßnahme von öffentlichem Interesse anerkannt hat, was die Verlegung des Kabels in Gebiete ermöglichte, in denen sich ein nationales Naturschutzgebiet in der Gemeinde Sines befindet.
Die Einstufung erfolgte nach positiven Stellungnahmen der zuständigen Behörden, darunter der portugiesischen Umweltbehörde (APA). Die APA bekräftigte, dass für die Infrastruktur keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich sei, da nicht davon auszugehen sei, dass sie erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt habe.
Im Rahmen der Gespräche begründete die Regierung die Bedeutung des Projekts damit, dass Nuvem die internationale Konnektivität verbessern und zur Umsetzung der Strategie des Nationalen Raumordnungsprogramms sowie der Agenda für das Territorium beitragen könne.
Die Investition von Google wird zudem die wachsende Bedeutung von Sines als einem der wichtigsten europäischen Knotenpunkte für digitale Konnektivität stärken.
Die Lage an der Küste des Alentejo, wo es bereits Rechenzentren und mehrere internationale Verbindungen über Unterseekabel gibt, hat die Region zu einem strategischen Knotenpunkt für den Datenverkehr zwischen Europa, Amerika und Afrika gemacht.









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