Der Lagoa das Sete Cidades (See der sieben Städte) ist eine bezaubernde Landschaft, die aus zwei ökologisch unterschiedlichen Seen besteht, und durch eine schmale Meerenge verbunden sind, über die heute eine Brücke führt, wobei der eine See grün und der andere blau ist und einen Gesamtumfang von 12 km hat. Das Fremdenverkehrsamt von São Miguel gab mir freundlicherweise einen Einblick in die Legenden der sieben Städte von Dr. Carreiro da Costa.

Der Lagoa das Sete Cidades ist einer der malerischsten Orte auf der Insel São Miguel und ein Ort, zu dem ich mich hingezogen fühlte. Ein malerischer Ort ist nichts ohne eine Legende, und der Lagoa das Sete Cidades hat viele zu erzählen. Es gibt sechs Legenden aus der Literatur, die bekannt sind, da sich dieser bemerkenswert schöne Ort perfekt für die Erfindung fantastischer Geschichten eignet, wobei ich drei dieser Legenden in diesen Artikel aufnehmen werde. Erstens ist die Zahl Sieben aufgrund ihrer besonderen Tugenden und Traditionen, die mit ihr verbunden sind, stark mit Religion, Geschichte und Mythologie assoziiert. Schon der Name Sete Cidades (sieben Städte) war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eng mit der Insel Antília verbunden.

"Die erste Legende ist mit dem letzten Detail verknüpft: Als Tarik und Musa die Iberische Halbinsel überfielen, suchten sieben christliche Bischöfe Zuflucht auf der abgelegenen Insel Antília, die auch als Insel der sieben Städte bekannt ist. Der Wunsch, diese Insel zu erreichen, wurde bald zu einem der größten Anliegen der Menschheit. Im Osten lag das Königreich von Preste-John, im Westen die Antília, bis ein portugiesisches Schiff mit dem Namen "Unsere Liebe Frau von Penha von Frankreich" nach einem großen Sturm an der wunderbaren Insel anlegte und drei Tage lang vor Anker lag. Zwei Brüder gingen an Land, nahmen Kontakt mit dem Monarchen auf, besuchten Paläste, lernten Traditionen, Bräuche und eine Sprache kennen, die dem Portugiesischen sehr ähnlich ist. Am Ende der drei Tage, als die beiden Brüder an Bord zurückkehrten, verschwand die Insel wie von Zauberhand. Viele Jahre später sollte sich dieselbe Insel dem portugiesischen Volk schließlich endgültig offenbaren. Heute erscheint und verschwindet der bezaubernde Anblick des Tals der sieben Städte je nach Licht und Nebel, was Parallelen zu der geheimnisvollen Geschichte aufzeigt."

Eine andere Legende über die berühmte Region erzählt von "einem Königreich des alten Atlantis, das den König der Weißen Braunen und die Königin der Weißen Rose als Monarchen hatte. Sie lebten beide mit dem Kummer, keine Kinder zu haben. Eines Nachts hatte der König eine Vision, die ihm versprach, dass er bald eine Tochter haben würde, allerdings unter der Bedingung, dass sie sie erst sehen würden, wenn sie 20 Jahre alt sei. Bis dahin sollte die Prinzessin in den Sieben Städten leben, die der König, ihr Vater, gebaut hatte. Der Weiße König erfüllte die Prophezeiung: Er ließ die Städte bauen, schickte die Prinzessin dorthin, ohne sie überhaupt gesehen zu haben, und wartete zwanzig Jahre lang. Das Warten auf ihre Tochter fiel ihnen zu schwer, das arme Paar war verzweifelt, ihre Geduld war am Ende, ihre Angst ging so weit, dass ihr Herz zu zerspringen drohte, und so beschloss der König, den Göttern zu trotzen und zu den Sieben Städten zu gehen. Die Götter erlaubten ihm nicht, die Tore der Mauer zu öffnen, und ihr Zorn traf ihn, als die Götter einen gewaltigen Vulkanausbruch auslösten, der das gesamte Königreich in Schutt und Asche legte. Die Sieben Städte, in denen die Prinzessin lebte, befanden sich genau an der Stelle, an der sich die Hülle des wunderbaren Tals öffnet. Auf dem Grund der Grünen Lagune sollen der Legende nach noch die grünen Schuhe zu finden sein, die die Prinzessin an den Füßen trug, und auf dem Grund der Blauen Lagune der kleine blaue Hut, den sie auf dem Kopf trug."

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"Die Legende der Prinzessin Antília ist voller Romantik und Poesie und spielt im alten Königreich der Sieben Städte. Es war einmal ein alter König der Sieben Städte, der Witwer war und eine wunderschöne Tochter namens Antília mit saphirblauen Augen hatte. Die Prinzessin durfte mit niemandem verkehren und hatte nur ihre Amme als Gesellschaft. Sie verbrachte viel Zeit auf dem Lande, wo sie durch die Felder wanderte und über die Bräuche der Dörfer nachdachte. Als sie älter wurde, erregte sie die Aufmerksamkeit vieler gutaussehender junger Männer, und ihr Vater verbot ihr völlig, die Grenzen des Schlosses zu verlassen, aber sie wollte immer noch die Welt erkunden und Freundschaften schließen, so dass sie ihrem Vater oft nicht gehorchte und sich aus dem Haus schlich, um die Umgebung des Schlosses zu erkunden."

"Eines Tages hörte sie bei einem Spaziergang durch die Landschaft schöne Musik und entdeckte, dass es ein junger Hirte war, der Flöte spielte. Antília war schüchtern und versteckte sich vor ihm und kam viele Wochen lang jeden Tag an dieselbe Stelle, um zu lauschen. Der Hirte fand sie und sie unterhielten sich, wurden die besten Freunde und verliebten sich ineinander, und nach einiger Zeit machte er der Prinzessin einen Heiratsantrag. Sie redete lange mit ihm, und aus diesem Gespräch erwuchs die Liebe. Leider war das Schicksal der Prinzessin besiegelt, denn ein Prinz, Erbe eines anderen Königreichs, wollte sie heiraten. Der König verbot ihnen, sich zu treffen, und nachdem sie ihren Vater angefleht hatte, wurde Antília gestattet, den Hirten ein letztes Mal zu treffen, um sich von ihm zu verabschieden. Die Prinzessin und der Hirte weinten so sehr, dass zu ihren Füßen zwei Seen entstanden: ein blauer, der von den blauen Augen der Prinzessin herrührte, und ein grüner, der die Tränen des grünäugigen Hirten enthielt. Die Liebenden trennten sich für immer, aber die Seen blieben aus den Tränen der beiden, die sich bis heute nicht getrennt haben, und die Welt an ihre Liebe erinnern."