Das neue Programm „Bat Nights“ lädt Besucher dazu ein, das Schlossgelände bei Sonnenuntergang zu erkunden und dabei mehr über die wichtige Rolle zu erfahren, die Fledermäuse in den Ökosystemen Portugals spielen. Die von Umweltpädagogen geleiteten Führungen verbinden Geschichte, Tierwelt und Naturschutz und bieten eine neue Perspektive auf eines der meistbesuchten Wahrzeichen Lissabons.

Die Teilnehmer erfahren, wie Fledermäuse sich mithilfe der Echoortung orientieren, wo sie innerhalb der Burgmauern Unterschlupf finden und warum sie als unverzichtbar für den Erhalt gesunder Ökosysteme gelten. Das Erlebnis richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder und umfasst den Einsatz von Fledermausdetektoren, mit denen die Besucher die für das menschliche Ohr normalerweise unhörbaren Ultraschallrufe wahrnehmen können.

Die Initiative soll das Naturerbe der Burg neben ihrer jahrhundertelangen Geschichte hervorheben. Während das Castelo de São Jorge vor allem für seine mittelalterlichen Befestigungsanlagen und den Panoramablick über Lissabon bekannt ist, bieten seine Gärten und das alte Mauerwerk auch einen wichtigen Lebensraum für verschiedene Wildtierarten.

Mehr als nur ein historisches Denkmal

Eine der weniger bekannten Tatsachen über Portugal ist, dass dort rund 30 Fledermausarten beheimatet sind, die alle gesetzlich geschützt sind. Trotz ihres Rufs sind Fledermäuse für Menschen harmlos und spielen eine entscheidende ökologische Rolle, da sie sich von Insekten ernähren, darunter Mücken und landwirtschaftliche Schädlinge.

Nach Angaben von Naturschutzorganisationen kann eine einzige Fledermaus in einer Nacht Tausende von Insekten verzehren, was sie zu wertvollen natürlichen Schädlingsbekämpfern und zu einem wichtigen Bestandteil der städtischen Artenvielfalt macht.

Die Abendführungen spiegeln zudem einen wachsenden Trend unter europäischen Kulturerbestätten wider, neben der Kulturgeschichte auch die Artenvielfalt in den Vordergrund zu rücken. Indem sie den Besuchern die nachtaktive Tierwelt der Burg näherbringen, hoffen die Organisatoren, das Bewusstsein für den städtischen Naturschutz zu schärfen und gleichzeitig ein einzigartiges Erlebnis abseits der Tagesbesucher zu bieten.

Die Führungen finden an ausgewählten Abenden während des Sommers statt; aufgrund der begrenzten Gruppengröße wird eine Voranmeldung empfohlen.

Für Besucher, die eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons aus einer anderen Perspektive erleben möchten, bietet das Programm eine seltene Gelegenheit, die Burg nach Sonnenuntergang zu entdecken und dabei mehr über eines der faszinierendsten und oft missverstandenen einheimischen Säugetiere der Stadt zu erfahren.