Im Rahmen der Politik der sozialen Verantwortung von Klépierre, dem Eigentümer und Verwalter von mehr als 100 Einkaufszentren in Europa, hat man sich mit ColorADD zusammengetan, "einem Kernsystem, das die Identifizierung von Farben durch grafische Symbole ermöglicht und so die Erfahrung von Menschen mit Farbenblindheit integrativer, sicherer und einfacher macht."

"Nachdem der Code in Espaço Guimarães eingeführt wurde, war es an der Zeit, dass auch das Einkaufszentrum Barlavento Algarve Teil dieser Initiative wird. Der Code wurde im gesamten Aqua-Einkaufszentrum umgesetzt, vom Parkplatz über verschiedene Bereiche, die von den Kunden genutzt werden, bis hin zu den Recycling-Behältern."

Die Farbsehschwäche betrifft weltweit 350 Millionen Menschen (etwa 10 Prozent der männlichen und 0,5 Prozent der weiblichen Bevölkerung). Farben sind ein wesentliches Element der Identifizierung, Orientierung und Auswahl, und dieses Werkzeug ist universell und transversal und ermöglicht eine integrativere und zugänglichere Welt für alle. In einer Welt, in der 90 Prozent der Kommunikation über Farben erfolgt, zielt diese Initiative darauf ab, die universelle Zugänglichkeit zu verbessern und den farbenblinden Menschen mehr Komfort und Sicherheit zu bieten.

Auf der Veranstaltung traf ich den Schöpfer und Gründer von ColorADD, den portugiesischen Designer Miguel Neiva, der sich im Jahr 2000 daran machte, ein einfaches, universelles und integratives Farberkennungssystem für Menschen mit Farbsehschwäche zu entwickeln, ohne zu wissen, welche Auswirkungen dies auf die ganze Welt haben würde. Er glaubt fest daran, eine Welt zu schaffen, in der die soziale Eingliederung von Menschen mit Farbfehlsichtigkeit zur Norm wird: "Ich habe ColorADD gegründet, weil ich das Gefühl hatte, dass die Gesellschaft die Farbenblindheit vergessen hat. Leider gibt es keine Heilung und das Stigma ist immer noch da, deshalb war es wichtig, das Bewusstsein durch Aufklärung zu schärfen."

ColorADD-Präsentation

Bei der Aqua-Präsentation wurden wir von Grundschulkindern aus dem Colegio do Rio in Portimão begleitet, die mit einer Farbfilterbrille an verschiedenen Farbaktivitäten teilnahmen. Mit Hilfe der Filterbrille sollte den Kindern bewusst gemacht werden, welche enormen Auswirkungen diese Sehstörung auf das tägliche Leben hat. Miguel erklärte mir: "Ich wollte, dass die Menschen tatsächlich erfahren können, wie es ist, farbenblind zu sein, anstatt nur davon zu hören, und dass sie es durch diese Brillen selbst erleben können", und er bekräftigte, dass "diese Aktivitäten wichtig sind, denn die Erziehung der Kinder lehrt auch die Erwachsenen und schärft das Bewusstsein".

Wir sprachen über die Stigmatisierung der Farbenblindheit und ihre Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl: 41 Prozent der Befragten haben das Gefühl, dass es schwierig ist, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Von Miguel erfuhr ich, dass "Menschen mit Farbenblindheit im Stillen leiden, und er erklärte, dass Kinder dies in der Schule oft verbergen, indem sie ihre Buntstifte zu Hause vergessen und darum bitten, bestimmte Farben in der Schule ausleihen zu dürfen". Darüber hinaus wird ein erschütternder Anteil der Farbenblinden erst im Alter von 20 Jahren diagnostiziert. Miguel erklärte, dass "83 Prozent der Farbenblinden ihre Farbenblindheit bis zum Alter von 20 Jahren unentdeckt ließen". Miguels Botschaft sprach Bände: "Unsere Welt ist bunt, aber wir müssen denjenigen, die unter einer Farbsehschwäche leiden, das Leben erleichtern und ihnen zeigen, dass sie nicht von der Gesellschaft eingeschränkt werden dürfen und dass wir sensibel für andere sein sollten."

Wie der Code funktioniert

ColorADD ist eine universelle Sprache, die farbenblinden Menschen durch die Darstellung der drei Grundfarben (Blau, Gelb und Rot) mittels grafischer Symbole Autonomie verleihen soll. Durch das erworbene Wissen über die "Farbadditionstheorie" können die Symbole in Beziehung gesetzt und die gesamte Farbpalette identifiziert werden. Schwarz und Weiß stehen für dunkle und helle Töne: "Es wird zu einem Gedankenspiel, das man sich leicht einprägen und in alltäglichen Situationen anwenden kann."

Miguel erklärte: "Wir möchten mit dieser Initiative dazu beitragen, das Leben all derer zu verbessern und zu vereinfachen, die aufgrund ihrer Sehkraft - der Farbenblindheit - nicht in der Lage sind, unabhängig und in aller Ruhe alle Handlungen auszuführen, bei denen Farben eine Rolle spielen."

Wo wird der Kodex bereits umgesetzt?

ColorADD unterhält Partnerschaften mit mehr als 300 Unternehmen und Einrichtungen in mehr als 75 Ländern, die in direktem Kontakt mit dem Code stehen: "Mit mehr als 100 Millionen ColorADD-Etiketten auf Kleidung, Textilien und Schuhen (einschließlich Katalogen), mehr als 6 Millionen Farbstiften mit dem Code, Schulbüchern, Verkehrssystemen (z. B. Beschilderung und Karten), Städten und Gemeindeverwaltungen (z. B. Tourismuskarten, Veranstaltungen und öffentliche Zugänglichkeit, Recyclingbehälter mit dem Code in der Beschilderung, Strandflaggen, Schulen, Bibliotheken und vieles mehr). Gesundheitswesen und Krankenhäuser (Zugänglichkeit und Arzneimittelkennzeichnung), Lebensmitteleinzelhandel (Nährwertampelkennzeichnung), Fußball und Sport (Wegweiser und Sicherheitsschilder) und Spiele wie UNO."

ColorADD APP

Sie haben auch eine hilfreiche App in englischer und portugiesischer Sprache mit dem Namen ColorADD-The Color Alphabet entwickelt, die eine Farberkennung in Echtzeit sowie eine Farberkennung von Bildern aus der Handygalerie ermöglicht. Es handelt sich dabei um eine Lösung, die farbenblinden Menschen Unabhängigkeit und Selbstständigkeit im täglichen Leben ermöglicht und die Präsenz des ColorADD-Codes in Produkten und Dienstleistungen ergänzt. Die App kann im App Store oder bei Google Play heruntergeladen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.coloradd.net/en/about-us/ oder unter @ColorADDoficial auf Facebook.