In einer Pressemitteilung des Regionalsekretariats heißt es: "Nach den derzeit verfügbaren Informationen ist Visit Azores aktiv und steht in direktem und regelmäßigem Kontakt mit Ryanair, so dass die abgegebene Erklärung als verfrüht zu verstehen ist."

Ryanair beabsichtigt, ab März 2026 alle Flüge auf die Azoren einzustellen und begründet dies mit hohen Flughafengebühren und der Untätigkeit der Regierung", teilte die Billigfluggesellschaft heute mit.

Das Regionalsekretariat sagt, dass die Erklärung "unter anderem den jüngsten Nachrichten und Erklärungen des CEO des Unternehmens widerspricht, in denen er seine Bereitschaft erklärte, auf den Azoren zu investieren und die Betriebsbasis in Ponta Delgada zu reaktivieren".

Im September kündigte Ryanair-CEO Michael O'Leary vier neue Strecken in Portugal für den Winter an (ab Porto, Faro und Funchal), und einigen Nachrichtenberichten zufolge hatte das Unternehmen - das vier Basen auf portugiesischen Flughäfen (Porto, Lissabon, Faro und Madeira) unterhält - bereits die Wiedereröffnung der Basis in Ponta Delgada auf der Insel São Miguel beantragt.

Der Betreiber hatte zuvor damit gedroht, die Azorenrouten, die Lissabon und Porto mit den Inseln São Miguel und Terceira verbinden, aufzugeben, und im Jahr 2023 die Zahl der Flüge auf diesen Routen reduziert.

Das regionale Sekretariat für Tourismus, Mobilität und Infrastruktur "sieht der Arbeit von Visit Azores erwartungsvoll entgegen und ist sich bewusst, dass es sich um einen komplexen Prozess der Interaktion handelt, an dem verschiedene Einrichtungen beteiligt sind." Laut der Regierung der Azoren "gibt es heute, wie schon in der Vergangenheit, Probleme, die angeblich mit Flughafengebühren und ETS (Extraordinary Tax Services) zusammenhängen, die nichts mit der Region zu tun haben."

Der Präsident von Visit Azores, der für die Förderung des Tourismus auf den Azoren zuständig ist, betrachtete heute die Ankündigung von Ryanair, die Region zu verlassen, als "eine Form von Verhandlungsdruck" und warnte, dass der Prozess nicht "vollständig abgeschlossen" sei.

"Leider sind wir an diese Art von Erklärungen von Ryanair bereits gewöhnt. Auf diese Weise üben sie bei Verhandlungen in den Regionen, in denen sie tätig sind, Druck aus", so Luís Capdeville Botelho gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa.