Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem mehrere kleinere Erschütterungen festgestellt worden waren, die vermutlich auf einen extremen Wasserdruck im Untergrund zurückzuführen sind - eine höchst ungewöhnliche Situation. Grazalema wurde von rekordverdächtigen Regenfällen heimgesucht, in denen in nur zwei Tagen mehr als 700 Liter pro Quadratmeter fielen.
Laut Juanma Moreno, Präsidentin der andalusischen Regionalregierung, führte die Situation zu einer dringenden geologischen Bewertung des Gebiets. Als die Risiken deutlich wurden, beschlossen die Behörden, die gesamte Stadt vorsorglich zu evakuieren.
Nachdem Anwohner seltsame Geräusche aus dem Untergrund gemeldet hatten, wurden Techniker des Spanischen Instituts für Geologie und Bergbau zur Untersuchung entsandt. Ihre Ergebnisse bestätigten, dass der Grundwasserspiegel dramatisch angestiegen war und die Oberfläche erreicht hatte.
In Kalksteinregionen wie Grazalema kann dies dazu führen, dass der Boden selbst zu einer natürlichen Quelle wird. Das Wasser fließt dann nicht mehr nur durch Flüsse und Bäche, sondern sickert durch Risse, Hohlräume, Straßen, Wände und sogar in Häuser. Infolgedessen sprudelt das Wasser aus Böden, Wänden und Steckdosen und überflutet Teile des Dorfes von unten.
"Das Wasser kommt überall heraus - aus dem Boden, den Wänden, aus allem", sagte ein Bewohner.
Da der Boden völlig gesättigt ist und keinen weiteren Regen mehr aufnehmen kann, wird erwartet, dass sich die Überschwemmungen verschlimmern werden. Da weitere heftige Regenfälle vorhergesagt sind, warnen die Behörden, dass die Situation auch in den kommenden Tagen gefährlich bleiben könnte, da der Grundwasserspiegel weiter steigt.







