Im Februar gibt es an der Algarve Momente wie diesen: Das Wasser ist so still, dass es den Himmel verdoppelt und die Grenze zwischen Oberfläche und Luft verwischt. Das kann anfangs verwirrend sein; das Auge sucht nach etwas Festem, an dem es sich festhalten kann.

Diese Bilder funktionieren anders als Sommerpostkarten. Es gibt keinen klaren Brennpunkt, keine dramatische Küstenlinie oder goldenes Licht. Nur Grau, Stille und Raum. Was jemand darin sieht, hängt weitgehend davon ab, was er mitbringt. Manche finden es beruhigend. Andere empfinden es als flach oder bedrückend.

Stille hat diese Wirkung. Ohne visuellen Lärm, der um die Aufmerksamkeit konkurriert, arbeitet der Verstand härter, um zu interpretieren, was da ist. Ein stillstehendes Boot. Entferntes Wetter. Das Gefühl, dass nichts passiert, was sich je nach Tageszeit entweder friedlich oder unangenehm anfühlen kann.

In den flachen Küstengebieten der Algarve, vor allem in der Ria Formosa und in Teilen des Lagunensystems, herrschen im Winter regelmäßig diese Bedingungen. Der weite Himmel, die niedrige Wolkendecke und das geschützte Wasser erzeugen den Spiegeleffekt. Er hält eine Stunde an, manchmal auch weniger, bevor Wind oder Gezeiten ihn auflösen.

Das ist nicht die Algarve, wie sie in der Tourismuswerbung dargestellt wird. Aber es ist Teil des ganzjährigen Lebens hier, die Version der Landschaft, die dem Betrachter weniger abverlangt und einfach für eine Weile stillsitzt.