Laut Executive Digest stellte der portugiesische Ministerpräsident Luís Montenegro das Modell erstmals im Dezember 2024 auf dem Web Summit vor.

Amália, eine Abkürzung für „Automatic Multimodal Language Assistant with Artificial Intelligence“ (Automatischer multimodaler Sprachassistent mit künstlicher Intelligenz), ist ein Sprachmodell, das in der Lage ist, Texte in natürlicher Sprache auf der Grundlage riesiger Datenmengen zu verarbeiten, zu verstehen und zu generieren.

Nach Angaben von Regierungsvertretern besteht das Ziel des Modells darin, eine Technologie zu entwickeln, die auf die portugiesische Sprache und Kultur abgestimmt ist, um so langfristig die Abhängigkeit von ausländischen Modellen zu verringern und die Grundlage für den Einsatz in portugiesischsprachigen Ländern zu schaffen. Die Regierung erklärte, dass Amália das erste Modell sei, das speziell für das in Portugal gesprochene Portugiesisch entwickelt wurde.

Open-Source-Infrastruktur

Alle erstellten Daten, Modelle und Codes werden laut dem Büro des Staatssekretärs für Staatsreform als „Open Source“ zur Verfügung gestellt. Einzelpersonen, Universitäten, Unternehmen, Forschungszentren und öffentliche Einrichtungen können die Infrastruktur wiederverwenden, verbessern und darauf aufbauend neue Anwendungen entwickeln.

Amália wird nicht als öffentliche Chat-Anwendung fungieren, ähnlich wie bestehende kommerzielle Plattformen wie ChatGPT, Gemini oder Claude, sondern soll in Lösungen integriert werden, die von Universitäten, Forschern, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen entwickelt werden.

In der portugiesischen öffentlichen Verwaltung wird das Modell in Bereichen wie Bürgerdienstleistungen, Bildung, Kultur, Verteidigung und Gesundheit zum Einsatz kommen.

Planung und Finanzierung

Zu den in Planung befindlichen Projekten gehören laut Executive Digest ein Assistent für virtuelle Besichtigungen portugiesischer Museen und Denkmäler, ein Tool zur Unterstützung der Unterrichtsplanung für Lehrkräfte, ein digitaler Assistent für Bürgerdienste sowie eine Lösung zur Unterstützung kritischer Operationen und Entscheidungen bei der Marine.

Finanziert wird das Projekt im Rahmen des Aufbau- und Resilienzplans mit einer Investition von 5,5 Millionen Euro, wovon 2,475 Millionen Euro der Nova-Universität Lissabon und 1 Million Euro dem Instituto Superior Técnico zugewiesen wurden. Je 375.000 Euro werden den Universitäten von Porto, Minho und Coimbra zugewiesen, und 900.000 Euro werden von der Stiftung für Wissenschaft und Technologie verwaltet.

Modellentwicklung

Amália basierte auf einer bestehenden europäischen technologischen Grundlage, EuroLLM-9B, die anschließend von portugiesischen Teams weiterentwickelt wurde, um das Modell zu einer multimodalen Anwendung auszubauen, die portugiesische Texte und Bilder verarbeiten kann.

Die Entwicklung des Modells umfasste laut Angaben der Regierung dessen Verfeinerung mit neuen Datensätzen in portugiesischer Sprache, die Erweiterung seiner Kapazität und seines Kontextes, die Stärkung des Vortrainings durch mehr Daten in europäischem Portugiesisch sowie die Entwicklung von Mechanismen zur Sicherheit, Bewertung und Leistungsoptimierung.

Hinter dem Projekt

Mehr als 60 Forscher und Studierende der Nova FCT, des Instituto Superior Técnico, der Universität Coimbra, der Universität Minho, der Universität Porto und der Stiftung für Wissenschaft und Technologie bildeten das für die Entwicklung zuständige Konsortium.

Die Finanzierung für die nächste Phase von „Amália“ ist bis Ende 2027 durch den Aufbau- und Resilienzplan sowie die Staatliche Agentur für technologische Reform gesichert.