Tapete ist nicht mehr so weit verbreitet wie früher, und die Baustandards haben sich verbessert, die Mode hat sich geändert und Farbe ist für Wände immer beliebter geworden.

Die Chinesen sollen Tapeten erfunden haben, bei denen schon früher in der Qin-Dynastie Reispapier an Wänden verwendet wurde, die Tapete selbst wurde angeblich von einem Gericht, offiziell Tsai Lun genannt, im Jahr 105 v. Chr. erfunden und war eine Mischung aus Maulbeerrinde, Bambus Fasern, Leinen und Hanf.

Tapete fand im 15. Jahrhundert seinen Weg nach Europa mit Drucken oder Designs mit Holzblöcken und von Hand bemahlt. Diese waren als günstige Alternative zu Wandteppichen beliebt, verdeckten Rissen und verbesserten Isolierung. Oft ähnelten ihre Designs teuren Materialien wie Leder, Brokat oder Holz, mit Flocktapeten, die in den frühen 1600er Jahren auftauchten. Paper wurde ursprünglich mit Kupferstiften an den Wänden befestigt, ein System, das sich gut bis ins 18. Jahrhundert hinein fortsetzte. In den späten 1700er Jahren wurden Grenzen eingeführt, um die visuellen Proportionen des Raums zu verändern, und es wurde populär, Wände mit Dado Schienen (vom Boden bis zur Stuhlhöhe) und Friesen (ein horizontales Band an der Decke) zu teilen.

Im Jahr 1675 fertigte ein Franzose und Graveur namens Jean-Michel Papillon die ersten sich wiederholenden Designs an, die auf beiden Seiten übereinstimmten. Es wiederholte sich nicht nur, sondern war auch von einem Blatt zum nächsten durchgehend, und er gilt als Erfinder der Tapete, wie sie heute bekannt ist. Die Einführung von Nahttapeten in riesigen 12-Yard-Rollen bedeutete, dass Hersteller von einfachen, sich wiederholenden Designs zu riesigen Panoramen übergehen konnten, die oft mythologische oder historische Ereignisse wie die Zerstörung von Pompeji oder Szenen aus fernen Ländern darstellen. Sie galten als Lehrmittel für die unwissenden Massen, und in wohlhabenden Haushalten spiegelten Panoramatapeten angeblich den Bildungsstatus ihrer Besitzer wider.



Und jetzt zum Finsteren

Der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele erfand 1775 das erste Arsengrün-Pigment. Die Helligkeit und Stabilität von Scheeles Grün – zusammen mit verschiedenen Variationen wie Smaragd und Wiener Grün – machten sie zu sofortigen Erfolgen. Chemiker und Farbhersteller führten Arsen auch in andere Farben wie Kanariengelb ein, um lebendige neue Farbtöne zu schaffen. Im Jahr 1889 entwarf ein Designer namens Walter Crane eine Tapete namens The Peacock Garden, die Scheeles Grün auf Arsenbasis enthielt, und die Erforschung von Cranes Arbeit und Pigmenten auf Arsenbasis ergab einige interessante Einblicke. 1875 entwarf Crane Tapetendesigns für Jeffrey & Co., einen der führenden Tapetendrucker in England. Das Unternehmen verwendete zusammen mit anderen Unternehmen Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts Farben auf Arsenbasis für ihre Produkte. Zum Zeitpunkt der Drucklegung von The Peacock Garden im Jahr 1889 wusste die breite Öffentlichkeit jedoch um die Gefahren von Arsen und suchte nach sichereren Alternativen.

Leider waren die Wände nicht der einzige Ort, an dem Arsen in viktorianischen Häusern lauerte. Im England des 19. Jahrhunderts betrachteten die Menschen kleine Arsendosen als unbedenklich und verwendeten es für die unterschiedlichsten Produkte, von Gesichtspuder bis Rattengift. Es wurde Lebensmitteln, Textilien, Medikamenten und anderen Gebrauchsgütern zugesetzt, sodass seine Verwendung in Tapeten nicht als ungewöhnlich angesehen wurde. Interessanterweise wurde Mary King's Close in Edinburgh, heute eine unterirdische Touristenattraktion, die unter der berühmten Royal Mile begraben liegt, 1630 von der Welt abgeriegelt. Nachdem die Pest durch Edinburgh gezogen war, begannen Mary King's Close und andere Straßen in der Umgebung zu verfallen und sich in heruntergekommene, überfüllte Orte zu verändern, aber es gibt immer noch Räume mit Arsen an den Wänden, die Sie bis heute nicht besuchen dürfen.

Trotz ihrer lebendigen und auffälligen Natur entdeckten die Ärzte schließlich, dass Arsentapeten tödlich sein können. Die Tinte blätterte oft vom Papier ab und wurde von Personen in der Nähe eingeatmet, während Feuchtigkeit, Abrieb oder Hitze zur Freisetzung giftiger Dämpfe führten. Zunehmende Berichte über mysteriöse Krankheiten und Todesfälle kleiner Kinder oder sogar ganzer Familien erregten Mitte des 19. Jahrhunderts Aufmerksamkeit, aber erst Ende der 1860er Jahre brachten Ärzte diese Krankheiten mit dem Vorhandensein von leuchtend grünem Papier an den Wänden in Verbindung.

Das öffentliche Bewusstsein für die Gefahren von Scheeles grüner Farbe, insbesondere für Kinder, veranlasste die Menschen, nach sichereren Tapetenoptionen zu suchen – aber zum Glück ist der Niedergang der Tapeten heute nicht so tragisch!