Dem Bericht zufolge gibt es in vier von fünf Ländern der Welt keine Gesetze zum Schutz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intersexuellen Jugendlichen vor Mobbing, und nur sechs UN-Mitgliedstaaten haben entsprechende Gesetze verabschiedet.

Laut ILGA World, einer internationalen Organisation, die mehr als 2.000 Vereinigungen aus 170 Ländern zum Schutz der Menschenrechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen vereint, gehört Portugal neben Andorra, Finnland, Griechenland, den Niederlanden und Spanien zu diesen sechs Staaten.

In Bezug auf Portugal weist die Organisation darauf hin, dass das Land zwei Artikel in seinem Studentenstatut und seiner Schulethik hat, die "Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung im Bildungsumfeld verbieten und die Pflicht und das Recht aller Schüler festschreiben, andere mit Respekt und auf angemessene Weise ohne Gewalt zu behandeln und behandelt zu werden".

Dieselben Artikel verbieten auch die "Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität im Bildungsbereich".

Die Organisation weist darauf hin, dass das Gesetz über die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität und des Geschlechtsausdrucks die öffentlichen Bildungsbehörden verpflichtet, Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung aufgrund der Geschlechtsidentität und des Geschlechtsausdrucks in der Schule sowie aufgrund sexueller Merkmale zu ergreifen und umzusetzen".

Laut ILGA World verfügen 40 UN-Mitgliedstaaten über nationale Gesetze, in denen mindestens einer der Gründe für Mobbing (sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und Geschlechtsmerkmale) genannt wird.

"Von diesen [40] haben 38 [Gesetze gegen Mobbing] zur sexuellen Orientierung, 30 zur Geschlechtsidentität, 13 zum Geschlechtsausdruck und 14 zu Geschlechtsmerkmalen", heißt es in dem Bericht.

"Die meisten Gerichtsbarkeiten verwenden Erziehungs- oder Gleichbehandlungsgesetze und verlassen sich oft auf pädagogische Ansätze, um Täter zu erziehen und Opfern innerhalb des Schulsystems Wiedergutmachung zu leisten, anstatt durch strafrechtliche Sanktionen", kritisiert ILGA World.

Sie weist auch darauf hin, dass es zehn Länder gibt, in denen der Schutz nicht überall gleich ist, nämlich Argentinien, Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Italien, Mexiko, Südkorea, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.

In Ungarn und Bulgarien sei unklar, ob der gesetzliche Schutz noch in Kraft sei, weil es entweder Widersprüche zwischen den verschiedenen Gesetzen gebe oder die Rechtsprechung zu Rechtsunsicherheit geführt habe.