"Aprolep bringt seine tiefe Besorgnis und Empörung über die jüngste Ankündigung der mit Lactogal verbundenen Genossenschaften zum Ausdruck, den Preis für die Erzeuger mit Wirkung vom 1. Januar um drei Cent pro Liter zu senken", heißt es in einer Erklärung.

Der Erzeugerverband fügte hinzu, dass "diese Senkung 70 % der portugiesischen Erzeuger unmittelbar betrifft und weitere Senkungen durch andere Abnehmer auslösen kann".

Aprolep erinnerte daran, dass der Milchpreis für die Erzeuger in Portugal nie den in anderen Ländern verzeichneten Steigerungen gefolgt ist, weil der portugiesische Markt überwiegend inländisch und iberisch ist. "Die negative Entwicklung anderer Märkte als Rechtfertigung für Preissenkungen in Portugal heranzuziehen, zeugt von einem großen Mangel an Kohärenz", sagte der Verband.

Außerdem betonte Aprolep, dass "die portugiesischen Erzeuger seit mehreren Jahren an der Überlebensschwelle operieren, ohne Spielraum für Investitionen, Innovationen oder Antworten auf die wachsenden Anforderungen in Bezug auf Tierschutz, ökologische Nachhaltigkeit und Produktqualität".

Für den Verband gefährdet daher jede Preissenkung die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Betriebe, beschleunigt die Aufgabe der Tätigkeit und gefährdet die nationale Milcherzeugung.

"Weniger nationale Produktion bedeutet eine größere Abhängigkeit von Importen, den Verlust von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten, die Aufgabe des Territoriums und eine Bedrohung der Ernährungssouveränität", so Aprolep in seiner Erklärung.

Die Ankündigung der Preissenkung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem auch die Besorgnis über das Mercosur-Abkommen, die Kürzung der Beihilfen für die Landwirte um 20 % im Rahmen der vorgeschlagenen PAC-Reform und neu auftretende Krankheiten wie die Ansteckende Knötchendermatose, von der bereits Nachbarländer betroffen sind, zunimmt.

Die Aprolep hat daher um ein dringendes Treffen mit Landwirtschaftsminister José Manuel Fernandes gebeten.