Doch vom 17. bis 24. Januar erinnert Loulé daran, dass das kulturelle Leben am Meer nicht im Winterschlaf liegt. Die fünfte Ausgabe der Algarve-Filmwoche macht die Region zu etwas Unerwartetem: einem Treffpunkt für Filmemacher, Studenten, Familien, Kritiker und neugierige Zuschauer, die immer noch gerne im Dunkeln sitzen und eine Geschichte auf sich wirken lassen.

Was die Filmwoche an der Algarve auszeichnet, ist nicht der Umfang oder das Spektakel. Es ist die Absicht, die dahintersteckt. Das Programm ist um drei miteinander verbundene Säulen herum aufgebaut: Algarve Film Week, Monstrare - International Social Film Festival und MAIA - Ibero-American Animation Market. Es gibt nicht nur Raum für Filmvorführungen, sondern auch für Gespräche, Bildung und Austausch.

Die Vorführungen finden in allen städtischen und kulturellen Einrichtungen von Loulé statt, von Schulen bis zum Cineteatro Louletano, was den integrativen Charakter des Festivals unterstreicht. Der Eintritt ist frei, ein Detail, das im Stillen wichtig ist.

Monstrare, Portugals erstes soziales Filmfestival, eröffnet seine 12. Ausgabe mit Free Fish, einer portugiesischen Koproduktion, die ein Jahr lang in Gaza gedreht wurde. Der Dokumentarfilm folgt zwei palästinensischen Brüdern, die durch den Krieg getrennt, aber durch das Meer verbunden sind, und gibt den Ton für eine Woche an, die sich nicht vor komplexen Themen scheut, aber dennoch in menschlicher Verbundenheit verwurzelt ist. Der Eröffnungsabend schließt mit einem Konzert des Cinema Jazz Project, das einen improvisierten Dialog zwischen Musik und bewegten Bildern zeigt.

Das Familienpublikum wird mit The Secret of the Perlims, einem bildreichen brasilianischen Animationsfilm über Freundschaft und Fantasie, eingeladen. Im weiteren Verlauf der Woche stehen Kurz- und Dokumentarfilme im Mittelpunkt, von denen sich viele an ein jüngeres Publikum richten, darunter der Oscar-nominierte Fauve, sowie portugiesische Werke, die sich mit Identität, Konflikten und Widerstandsfähigkeit befassen.


Ein Höhepunkt ist die nationale Premiere von Hot Milk(Regie: Rebecca Lenkiewicz) am 22. Januar. Der Film ist ein intensives psychologisches Drama, das an der spanischen Küste spielt und sich mit weiblicher Autonomie und emotionalem Erbe auseinandersetzt.

Hinter den Kulissen fügt MAIA der Woche eine Branchenebene hinzu und empfängt Fachleute und aufstrebende Filmschaffende aus der gesamten iberoamerikanischen Welt, wobei Brasilien in diesem Jahr das Gastland ist. Es ist eine Erinnerung daran, dass Filme zwar lokal gesehen werden, ihre Gespräche aber global sind.

Den Abschluss der Woche bildet die Verleihung der Cinetendinha Awards, mit der das portugiesische Kino gewürdigt und bekräftigt wird, dass die Filmkultur hier nicht nur geliehen ist, sondern auch wächst.

In einer Region, die oft durch die Landschaft definiert wird, bietet die Algarve Film Week noch etwas anderes: einen gemeinsamen Platz, ein gemeinsames Interesse und das Gefühl, dass die Algarve Teil einer breiteren filmischen Diskussion ist.