Portugal fällt negativ auf, da es im Vergleich zu anderen Ländern ein höheres Maß an Stigmatisierung und Hindernissen am Arbeitsplatz aufweist.

Als Reaktion auf diese Herausforderungen gibt fast jede vierte Frau an, dass sie sich mehr Flexibilität am Arbeitsplatz wünschen würde.

Die Studie von Roche zeigt auch, dass etwa 25 Prozent der Frauen in Portugal einen Termin zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorgeuntersuchung verschoben oder abgesagt haben oder darüber nachgedacht haben, ihn zu ändern. Von diesen Frauen gaben 53 Prozent berufliche Gründe als Hauptgrund an. Die Daten stammen aus der Cervical Cancer Europe Study 2025, einer Initiative von Roche Diagnostics, die vom GWI in sechs europäischen Ländern, darunter Portugal, durchgeführt wurde.

Als Reaktion auf diese Ergebnisse wurde die Initiative "Cervical Cancer: Together We Are Capable" ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Vorsorge und Früherkennung zu schärfen.

"Gebärmutterhalskrebs zu eliminieren ist möglich, aber nur durch gemeinsames Handeln", so Roel Meeusen, General Manager von Roche Diagnostics in Portugal. "Wir sind entschlossen, zu diesem Ziel beizutragen. Diese Initiative ist ein Schritt in diese Richtung und soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit schärfen, Zugangsbarrieren abzubauen, Gespräche über Gesundheit und Gebärmutterhalskrebsvorsorge zu normalisieren und mehr berechtigte Personen zur Teilnahme an ihren Routineuntersuchungen zu ermutigen."

Die Cervical Cancer Europe Study 2025 zeigt, dass in Portugal zusätzlich zu den bekannten Herausforderungen, die den Zugang zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorgeuntersuchung (die für die Erkennung von HPV, das für mehr als 99 Prozent der Krankheitsfälle¹ verantwortlich ist, unerlässlich ist) erschweren, wie Angst (ein Grund für den Aufschub für 24 Prozent der Befragten) und Vergesslichkeit (17 Prozent), eine weitere Schwierigkeit auftritt: die Logistik eines vollen Lebens und berufliche Anforderungen.

Für die Studie wurden 5.518 Internetnutzer im Alter von 16 bis 64 Jahren in sechs Ländern - Belgien, Italien, Niederlande, Polen, Portugal und Spanien - befragt, darunter 880 Befragte in Portugal. Die Ergebnisse zeigen, dass von den portugiesischen Frauen, die ihren Termin zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge verschoben haben, 28 Prozent berufliche Verpflichtungen als Hauptgrund angaben, eine Zahl, die über dem Durchschnitt der anderen untersuchten Länder liegt.

Eine hohe Arbeitsbelastung unterstreicht zudem die Notwendigkeit einer größeren Flexibilität am Arbeitsplatz. Von den Frauen, die ihre Vorsorgeuntersuchung in Portugal verschoben haben, arbeiten 76 Prozent Vollzeit und 28 Prozent geben an, sich überlastet zu fühlen. Insgesamt geben 23 Prozent der befragten Frauen an, dass eine größere Flexibilität am Arbeitsplatz die Teilnahme an den Vorsorgeterminen erleichtern würde.

Weitere Maßnahmen, die die Teilnahme verbessern könnten, sind ein einfacheres, bequemeres Terminbuchungsverfahren (33 Prozent), eine bessere Kommunikation mit dem medizinischen Fachpersonal (32 Prozent) und alternative Screening-Optionen, wie die vaginale Selbstentnahme für Screening-Tests (25 Prozent).

Obwohl die Stigmatisierung insgesamt ein relativ geringes Hindernis darstellt, ist sie in Portugal stärker verbreitet als in anderen Ländern. Insgesamt geben 9 Prozent der portugiesischen Frauen an, dass sie einen Vorsorgetermin aufgrund von Stigmatisierung verschoben, abgesagt oder eine Änderung in Erwägung gezogen haben, verglichen mit 7 Prozent in Spanien und nur 2 Prozent in den Niederlanden und Italien.

Auch die Unterstützung durch Männer spielt eine wichtige Rolle. In Portugal zeigen Männer eine große Bereitschaft, ihre Partnerinnen zu unterstützen, was sich mit der Einstellung in Spanien deckt: 31 Prozent boten ihrer Partnerin an, sie zu dem Termin zu begleiten, und weitere 31 Prozent leisteten praktische Unterstützung.

Die Verantwortung für die Pflege von Angehörigen ist ein weiterer komplexer Faktor, insbesondere für Eltern. In allen sechs untersuchten Ländern gaben 27 Prozent der Mütter an, dass sie Termine für Gebärmutterhalskrebs-Screenings verschoben oder abgesagt haben, weil familiäre Verpflichtungen Vorrang vor ihrer eigenen Gesundheit hatten.

Weltweit erkranken jedes Jahr mehr als 600.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. In fast allen Fällen ist die Krankheit jedoch durch Impfung, Früherkennung und die Behandlung von Krebsvorstufen vermeidbar.