Sintra ist eine Stadt, die dem wirklichen Leben zu trotzen scheint, aber nirgendwo wird dies deutlicher als innerhalb der Mauern der Quinta da Regaleira. Sie sieht nicht nur schön aus, sondern ist ein materialisiertes Gedicht über die menschliche Suche nach geheimem Wissen. Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Carvalho Monteiro errichtete Anwesen wirkt wie ein dichter Wald von Symbolen, in dem sich gotische und manuelinische Stilelemente zu einer rätselhaften Erzählung über die Seele vermischen.

Die Geschichte der Anlage ist tief im Erbe der Tempelritter und der Rosenkreuzer verwurzelt. Die berühmteste Sehenswürdigkeit, der Einweihungsbrunnen, ist ein buchstäblich "umgekehrter Turm", der die Besucher neun Stufen hinab in die Dunkelheit der Erde führt. Es ist eine Reise, die den Tod und die Wiedergeburt symbolisieren soll - ein ritueller Weg, auf dem man in den Schatten Klarheit findet. Er macht deutlich, wie viel sich unter unseren Füßen befinden kann, denn die Tunnel verbinden die Grotten wie die verborgenen Adern eines alten Gedankens. Schließlich ist Sintra groß, doch das Streben nach Geheimnissen ist eine Verbindung, die wir überall finden.