Das Unternehmen strebt an, bis 2030 mehr als 100 Fitnessstudios in Portugal zu betreiben und dabei jährlich durchschnittlich zwischen 10 und 15 Standorte zu eröffnen. Die Unternehmensleitung hat angedeutet, dass dieses Ziel möglicherweise schon früher erreicht werden könnte, auch wenn die Standorte der nächsten Neueröffnungen noch nicht bekannt gegeben wurden.

VivaGym betreibt derzeit ein Netzwerk von mehr als 40 Clubs in Portugal. Der Expansionsplan würde daher die landesweite Präsenz des Unternehmens deutlich ausbauen und sein erklärtes Ziel unterstützen, zum führenden Fitnessbetreiber des Landes zu werden.

Die Strategie wird in Portugal vom neu ernannten Geschäftsführer Luis de Mello geleitet, der in Lissabon ansässig ist und direkt an die Konzernchefin Cristina Burzako berichtet. Zu seinen Aufgaben gehören der Ausbau des Netzwerks, die Modernisierung bestehender Einrichtungen und die Anpassung des Angebots des Unternehmens an den portugiesischen Markt.

Expansion über Lissabon und Porto hinaus

Die geplante Investition dürfte dazu führen, dass VivaGym in einer größeren Bandbreite portugiesischer Städte vertreten sein wird, anstatt sich ausschließlich auf die beiden größten Ballungsräume des Landes zu konzentrieren.

Die Gruppe betreibt bereits Clubs an der Algarve, darunter in Faro, Loulé, Olhão, Portimão und Tavira, was die wachsende Nachfrage nach kostengünstigen und flexiblen Fitnessstudio-Mitgliedschaften außerhalb von Lissabon und Porto widerspiegelt.

Die Expansion in regionale Zentren könnte den Zugang zu modernen Fitnesseinrichtungen erweitern und gleichzeitig zusätzlichen Druck auf unabhängige Fitnessstudios und etablierte nationale Ketten ausüben. Fitness UP beispielsweise wirbt derzeit mit mehr als 55 Clubs in ganz Portugal, was das Ausmaß des Wettbewerbs verdeutlicht, dem sich VivaGym stellen muss.

Die Präsenz von VivaGym in Portugal wurde ursprünglich durch die Übernahme von Fitness Hut im Jahr 2018 gestärkt. Später schloss die Gruppe eine 6 Millionen Euro teure Umfirmierung von 41 ehemaligen Fitness-Hut-Clubs unter dem Namen VivaGym ab.

Der portugiesische Fitnessmarkt wächst weiter

Die Investition erfolgt in einer Phase starken Wachstums für den portugiesischen Fitnesssektor.

Die neuesten konsolidierten Branchenzahlen zeigen, dass es in Portugal im Jahr 2024 1.282 in Betrieb befindliche Fitnesscenter gab, was einem Anstieg von 21,4 % gegenüber 2023 entspricht. Die Zahl der aktiven Mitglieder erreichte rund 780.000 Personen, während der Jahresumsatz der Branche auf 345 Millionen Euro stieg.

Trotz dieses Wachstums lag die Durchdringungsrate von Fitnessstudio-Mitgliedschaften in Portugal weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass die Betreiber noch erheblichen Spielraum für die Gewinnung neuer Kunden sehen. In Portugal lag die Quote bei etwa 7,6 % der Bevölkerung, verglichen mit einem geschätzten europäischen Durchschnitt von 8,4 %.

Diese Lücke erklärt zum Teil, warum internationale Konzerne weiterhin stark in den portugiesischen Markt investieren. Erschwingliche Abonnementmodelle, verlängerte Öffnungszeiten und das Fehlen langwieriger Mitgliedschaftsverpflichtungen haben kostengünstige Fitnessstudios für Verbraucher besonders attraktiv gemacht.

Auf iberischer Ebene hat VivaGym zudem durch Übernahmen expandiert. Ein geplanter Zusammenschluss mit dem spanischen Betreiber Synergym würde – vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung – ein Netzwerk von mehr als 450 Clubs in Spanien und Portugal schaffen.

Für portugiesische Kunden könnte die 100-Millionen-Euro-Expansion eine größere Auswahl und mehr Clubs in der Nähe ihres Wohnorts bedeuten. Für die Branche signalisiert dies jedoch auch eine Phase verschärften Wettbewerbs, in der Standort, Preisgestaltung und Servicequalität zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.