Laut der Financial Times-Rangliste "Europe's Leading Start-up Hubs", die in Zusammenarbeit mit Statista und Sifted erstellt wurde, befinden sich unter den 150 innovativsten Unternehmen in Europa 12 Zentren und Gründerzentren, fünf mehr als im Vorjahr. Dies ist nicht nur eine Zahl. Sie ist ein klares Zeichen für die Reife des nationalen unternehmerischen Ökosystems.
In einem Kontext, in dem der europäische Wettbewerb immer härter wird, zeigt die Gegenüberstellung portugiesischer Strukturen mit deutschen, britischen oder spanischen Zentren, dass das Land nicht mehr nur ein attraktives Ziel für Talente ist, sondern sich zu einem echten Motor für Unternehmensgründungen entwickelt hat.
Zu den am besten positionierten Zentren gehören Unicorn Factory Lisboa (Platz 24), Lispolis (Platz 32) und Fintech House (Platz 35). Jedes hat seine eigenen Merkmale, aber alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Schaffung realer Bedingungen für die Umwandlung von Ideen in skalierbare Unternehmen.
Die Unicorn Factory Lisboa hat sich als strukturierte Plattform etabliert, um internationale Start-ups anzuziehen und zu skalieren, indem sie Beschleunigungsprogramme integriert, Verbindungen zu Investoren herstellt und die globale Expansion unterstützt. Lispolis, mit einer starken Verbindung zu Technologie und Ingenieurwesen, ist ein Beispiel für Kontinuität und Spezialisierung und unterstützt Technologieunternehmen schon in sehr frühen Stadien. Fintech House hingegen positioniert Portugal auf dem Radar der Finanzinnovation und arbeitet als Brücke zwischen Start-ups, Regulierungsbehörden und großen Finanzinstituten.
Das Ranking zeichnet Zentren aus, die konsistente Inkubations- und Beschleunigungsprogramme anbieten, und bewertet dabei Kriterien wie die Qualität des Mentorings, die rechtliche Unterstützung, die Infrastruktur, die Vernetzung und die Möglichkeit, an Finanzmittel zu gelangen. Mit anderen Worten: Es geht nicht nur um physische Räume, sondern um komplette Ökosysteme.
Deutschland dominiert einmal mehr die Spitzenplätze, wobei UnternehmerTUM, Start2 Group und BayStartUP das Ranking anführen. Die Tatsache, dass Portugal seine Präsenz deutlich erhöht hat, zeigt jedoch eine strukturelle Entwicklung. Wir nehmen an einer anspruchsvollen europäischen Meisterschaft teil und tun dies mit unserer eigenen Identität.
Meiner Meinung nach kommt dieses Wachstum nicht von ungefähr. Portugal hat eine seltene Kombination aus Lebensqualität, qualifizierten Talenten, wettbewerbsfähigen Kosten und wachsender institutioneller Reife konsolidiert. Der Web Summit hat dazu beigetragen, Lissabon international bekannt zu machen, aber die eigentliche Arbeit wurde hinter den Kulissen geleistet, mit Inkubatoren, Beschleunigern und Investorennetzwerken, die das Ökosystem strukturieren.
Es ist auch wichtig zu betonen, dass diese Zentren als strategische Infrastrukturen für die Wirtschaft der Zukunft fungieren. Sie sind Treffpunkte zwischen Universitäten, Investoren, Großunternehmen und Unternehmern. Sie sind oft der erste Schritt für die in Portugal entwickelte Technologie, um auf die globalen Märkte zu gelangen.
In einer Zeit, in der Europa seine technologische Autonomie und Innovationsfähigkeit stärken will, positioniert sich Portugal nicht nur als Teilnehmer, sondern als aktiver Beitrag.
Natürlich liegt noch ein langer Weg vor uns. Der Zugang zu größerem Kapital, die Bindung von Talenten und die Internationalisierung bleiben Herausforderungen. Aber die Tatsache, dass wir 12 Zentren haben, die zu den besten in Europa gehören, zeigt, dass das Fundament solide ist.
Portugal ist nicht mehr nur ein Land, in dem Start-ups gegründet werden. Es ist ein Land, in dem Ökosysteme aufgebaut werden. Und das macht den Unterschied aus.








