Wie Lusa berichtet, wird der Vorschlag bei der nächsten nichtöffentlichen Sitzung des Exekutivausschusses des Stadtrats von Lissabonvorgelegt; sollte er angenommen werden, werden die Parkgebühren pro Stunde je nach Parkzone um 0,05 € bzw. 0,10 € erhöht.

Die Anpassung basiert auf dem kumulativen Anstieg des portugiesischen Verbraucherpreisindex (VPI) zwischen 2024 und 2025, der auf 4,82 Prozent geschätzt wird, und soll der Inflation Rechnung tragen und gleichzeitig die finanzielle Nachhaltigkeit des städtischen Parkbetreibers, „Empresa Municipal de Mobilidade e Estacionamento de Lisboa“ (EMEL), zu sichern.

Betriebskosten

Gemäß dem Vorschlag würde der Stundensatz in grünen Zonen von 0,80 € auf 0,85 € steigen, in gelben Zonen von 1,60 € auf 1,70 € und in braunen Zonen von 2,00 € auf 2,10 €.

Für schwarze Zonen wird zudem ein neuer Tarif von 3,15 € pro Stunde vorgeschlagen, der den derzeitigen Tarif von 3,00 € ersetzen soll, obwohl diese Zonen nur in den Vorschriften der EMEL existieren und bisher noch nirgendwo in der Stadt eingeführt wurden.

Gemäß dem Vorschlag, der von Gonçalo Reis, dem stellvertretenden Bürgermeister und für Mobilitätsprojekte in ganz Lissabon zuständigen Stadtrat, unterzeichnet wurde, sind die Parkgebühren trotz steigender Betriebskosten seit etwa 15 Jahren unverändert geblieben. In diesem Dokument wird argumentiert, dass eine Anpassung der Tarife notwendig ist, um ein nachhaltiges Mobilitätsmodell aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass EMEL weiterhin in Verkehrsinfrastruktur und -dienstleistungen investieren kann.

Die durch EMEL erzielten Einnahmen unterstützen eine Reihe von Mobilitätsprojekten in ganz Lissabon, darunter den Ausbau des städtischen öffentlichen Fahrradverleihsystems „Gira“, neue Fahrradinfrastruktur, den Betrieb kommunaler Parkhäuser und die Verwaltung des Ampelsystems der Hauptstadt.

Nach Angaben der EMEL sind die Parkflächen mit zeitlicher Begrenzung je nach Parknachfrage in farbcodierte Zonen unterteilt – ein System, das den Wechsel der Parkplätze fördern und den Zugang für Anwohner, Besucher und lokale Unternehmen verbessern soll.

Grüne Zonen umfassen Gebiete mit geringerem Parkdruck, gelbe und rote Zonen gelten für zunehmend stärker frequentierte Standorte, während braune Zonen für Bereiche reserviert sind, in denen die Nachfrage das Angebot an Parkplätzen deutlich übersteigt.

Nachhaltiger Stadtverkehr

Wie ECO berichtet, setzt Lissabon im Rahmen seiner umfassenden Strategie zur Verringerung von Staus, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Förderung einer nachhaltigeren städtischen Mobilität zunehmend auf Parkraumbewirtschaftung sowie auf Investitionen in den Radverkehr, den öffentlichen Nahverkehr und die geteilte Mobilität.

Es wird allgemein erwartet, dass der Vorschlag genehmigt wird, da die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Carlos Moedas nach der Aufnahme eines unabhängigen Stadtrats in die PSD/CDS-PP/IL-Koalition mit absoluter Mehrheit regiert, was der Koalition genügend Stimmen für die Verabschiedung der Maßnahme sichert.

Sollten die überarbeiteten Tarife verabschiedet werden, wäre dies die erste Anpassung der Parkgebühren auf Lissabons Straßen seit Anfang der 2010er Jahre, wodurch die Gebühren stärker an die Inflation und die sich weiterentwickelnde Mobilitätsstrategie der Stadt angepasst würden.