Der Rote Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) ist ein etwa 3,5 cm langer, rötlich-brauner Käfer, der ursprünglich aus Südostasien stammt. Dieser kleine Schädling ist ein Coleoptera-Rüsselkäfer mit einem leicht komischen Rüssel und gebogenen Fühlern und ernährt sich von einer breiten Palette von Palmen, darunter Kokosnuss-, Sago-, Dattel- und Ölpalmen.

Er wurde mit exportierten Pflanzen nach Spanien und auf die Kanarischen Inseln "verschleppt" und ist nun auch in anderen Mittelmeerländern zu finden. Es wird vermutet, dass er mit importierten Palmen nach Portugal gelangt ist, wodurch andere Palmen in der Region bedroht sein könnten. Sie wurde in Nordafrika, im Nahen Osten, im Mittelmeerraum und in Teilen der Karibik und Mittelamerikas gefunden und stellt ein schwerwiegendes landwirtschaftliches Problem dar, da sie offensichtlich viele Palmenfarmen vernichtet hat.

Vielleicht haben Sie schon einmal Palmen gesehen, bei denen die Blätter abgefallen sind und einen sehr unansehnlichen Stamm hinterlassen haben, der schließlich ganz entfernt werden muss. Da einige dieser Palmen schon seit Jahren an ihren Standorten stehen, warum tut niemand etwas, um den bösen Rüsselkäfer loszuwerden, der diese Schäden verursacht? Einige Besitzer, die feststellen, dass die Palme befallen ist, fällen sie und entsorgen sie. Leider springen die Käfer dann einfach auf einen anderen Baum über und fressen sich auch dort ein.

Der Rote Palmrüsselkäfer (RPW) hat verschiedene und zahlreiche Wirtspflanzen. Hier in Portugal sind es vor allem Palmen, darunter vor allem die Phoenix canariensis, eine Federpalme, die bis zu 15 m hoch werden kann und einen wichtigen Teil des portugiesischen Landschaftsbildes darstellt. Obwohl sie keine nennenswerten Ernteerträge bringt, ist dieser stattliche Baum die sichtbarste und bedeutendste Palme in unserer heimischen Landschaft und wurde vor allem an der Algarve in großem Umfang angepflanzt - in Parks, Hotels, Villenanlagen und privaten Gärten, die der Umgebung ein tropisches Flair verleihen. Portugal würde ohne seine häufigsten Palmen ganz anders aussehen, und alles deutet darauf hin, dass wir diese Exoten sowie andere ungewöhnlichere Mitglieder der Familie verlieren könnten, wenn nicht ernsthafte, nationale und gemeinschaftsweite Maßnahmen ergriffen werden.

Die versteckte Ernährungsweise des RPW-Bohrers ist der Hauptgrund dafür, dass das Versprühen von umweltschädlichen chemischen Insektiziden den Schädling nicht bekämpft. Systematische Insektizide können direkt in die Palmenstämme gespritzt werden, und die Anwendung systematischer Insektizide auf den Boden hilft, die Rüsselkäfer im Ei-Stadium zu beseitigen, muss aber zwei- oder dreimal pro Jahr wiederholt werden. Natürliche Fressfeinde scheinen die beste Option zu sein, denn es gibt über 50 natürliche Feinde, die den Rüsselkäfer angreifen, wobei Pilze die vielversprechendsten für die biologische Bekämpfung sind.

Nachweis

Es ist schwierig, die Bedrohung durch den Rüsselkäfer überhaupt zu erkennen (im Larvenstadium), denn wenn eine Palme sichtbare Anzeichen von Not zeigt, ist der Befall in der Regel schon weit fortgeschritten, und zu diesem Zeitpunkt ist es zu spät, den Baum zu retten. Die ersten erkennbaren Anzeichen für einen befallenen Baum sind die Geräusche, die die Larven des Rüsselkäfers beim Fressen des Stammkerns erzeugen. Bislang beruhen die Verfahren zur Früherkennung von Rüsselkäfern hauptsächlich auf der visuellen Inspektion und dem Pheromonfang. In jüngster Zeit wurden mehrere Methoden zur Erkennung von RPW-Befall entwickelt, darunter Fernerkundung, hochempfindliche Mikrofone, Wärmesensoren, Drohnen, akustische Sensoren und Spürhunde.

Das Problem ist in Portugal noch relativ neu, aber es ist nur eine weitere Etappe in einem Prozess, der in den 80er Jahren anfing, als sich der Käfer auszubreiten begann. Darüber hinaus ist diese neue Ankunft an der Algarve nur ein kleiner Teil eines viel größeren Bildes, das der Naturforscher E. O. Wilson schon vor langer Zeit als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit erkannt hat - die Invasion exotischer Arten. Portugal ist davon sicherlich nicht ausgenommen.

Neben der weit verbreiteten Agave und dem Zuckerrohr stehen über 30 Palmenarten, darunter auch die beiden in Europa heimischen Palmen, auf der Speisekarte der RPW, wobei das Insekt eine besondere Vorliebe für Dattelpalmen hegt und sich aus noch ungeklärten Gründen vor allem zu den Männchen der Kanarischen Dattel hingezogen fühlt. Im benachbarten Andalusien in Spanien sollen allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2008 über 10.000 Palmen durch den Rüsselkäfer zerstört worden sein. Dies sollte uns eine Warnung sein, was in Portugal zu erwarten ist.