Die Anwesenheit eines rechtsextremen Kandidaten in der Stichwahl um das Präsidentenamt ist bei portugiesischen Wahlen ungewöhnlich. Der Aufstieg Venturas ist ein Zeichen für die zunehmende politische Polarisierung in Portugal. Dieses seltene Kopf-an-Kopf-Rennen ist die zweite Stichwahl seit 1986.

Seguro ist eine bekannte politische Persönlichkeit, die zuvor in hochrangigen Parteifunktionen tätig war und mit dieser Präsidentschaftskandidatur seine öffentliche Karriere neu belebt hat. In seiner Rede nach der ersten Runde rief er "Progressive, Demokraten und Humanisten" dazu auf, sich hinter seine Kandidatur zu stellen, und bezeichnete seinen möglichen Sieg als eine Bestätigung der portugiesischen Demokratie. Seine Kampagne richtet sich an Wähler, die Stabilität und eine erfahrene Führungspersönlichkeit suchen, wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung des sozialen Zusammenhalts, der öffentlichen Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung sowie der Verteidigung der demokratischen Werte liegt.

Ventura ist der Vorsitzende der Chega-Partei. Sein Programm konzentriert sich auf eine harte Haltung in den Bereichen Einwanderung, Wohlfahrt und öffentliche Ordnung. Seine Wahlkampfrhetorik ist konfrontativ, mit unverblümten Aussagen zur Einwanderungspolitik und Skepsis gegenüber dem, was er als übermäßige staatliche Wohlfahrt bezeichnet.

Venturas Aufstieg spiegelt einen breiteren europäischen Trend zum Erstarken der Rechtspopulisten wider. Themen wie Einwanderung und öffentliche Ausgaben könnten in den kommenden Monaten noch stärker in den Mittelpunkt nationaler Debatten rücken.

Eines der meistdiskutierten Themen unter Ausländern im vergangenen Jahr waren Änderungen der portugiesischen Staatsbürgerschafts- und Migrationsgesetze. Das Parlament hat Vorschläge zur Verlängerung der Einbürgerungsfristen und zur Verschärfung der Kriterien für die Familienzusammenführung geprüft.

Einige der Versprechen der Partei beziehen sich auf Änderungsanträge, die eine siebenjährige Staatsbürgerschaft für bestimmte Nicht-CPLP-Bürger vorschlagen, um den Bedenken internationaler Investoren und qualifizierter Fachkräfte Rechnung zu tragen. Auch strengere Kriterien für die Familienzusammenführung und die Verlängerung des Aufenthalts sind im Gespräch.