Die Änderungen sind uneinheitlich. Einige Flughäfen werden ganz auf Ryanair verzichten, während andere weniger Strecken oder eine geringere Frequenz erhalten werden. Größere Flughäfen wie Madrid, Barcelona und Málaga werden voraussichtlich nicht nennenswert betroffen sein und ihren Betrieb wie gewohnt fortsetzen, was eine allgemeine Verlagerung auf Strecken mit höherem Verkehrsaufkommen widerspiegelt.

Zu den am stärksten betroffenen Orten in Spanien gehören Asturien und Vigo, wo Ryanair Strecken streichen wird, sowie Teneriffa Nord, wo die verbleibenden Flüge gestrichen werden. Auch an anderen Flughäfen, darunter Valladolid und Jerez, wird mit erheblichen Kürzungen oder der Einstellung des Flugbetriebs gerechnet.

Andernorts nimmt die Fluggesellschaft eher Abstriche vor, als dass sie sich ganz zurückzieht. Santiago de Compostela wird seine Ryanair-Basis verlieren, ein Schritt, der in der Regel zu weniger Strecken und einer geringeren Frequenz führt, auch wenn einige Flüge bestehen bleiben. Auch auf Flughäfen wie Santander, Zaragoza und Vitoria werden weniger Abflüge und eine geringere Sitzplatzkapazität erwartet.

Azoren-Strecken gestrichen

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Auch Portugal ist von den Änderungen nicht verschont geblieben, wenngleich die Auswirkungen konzentrierter sind. Ab Ende März 2026 stellt Ryanair alle sechs Strecken von und nach den Azoren ein, was schätzungsweise 400.000 Passagiere pro Jahr betrifft.

Die Streichung entspricht einer Verringerung der Gesamtkapazität von Ryanair in Portugal um etwa 22 %, die hauptsächlich auf den Wegfall dieser Inselstrecken und weniger auf Kürzungen an den Festlandflughäfen zurückzuführen ist. Faro, Lissabon und Porto werden weiterhin mit einer breiten Palette von Diensten angeflogen und sind von den Kürzungen nicht in gleichem Maße betroffen.

Örtliche Fremdenverkehrsunternehmen schätzen, dass Ryanair in der Vergangenheit mehr als 100 000 Besucher pro Jahr auf die Azoren gebracht hat, die einen erheblichen Anteil an den Übernachtungen hatten und deren wirtschaftliche Auswirkungen auf Hunderte von Millionen Euro jährlich geschätzt werden.

Ryanair hat die Entscheidung auf die steigenden Betriebskosten zurückgeführt, darunter die von ANA, dem portugiesischen Flughafenbetreiber, festgelegten Flughafengebühren sowie die Umweltabgaben im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandelssystem und die 2-Euro-Reisesteuer des Landes. Die Fluggesellschaft hat argumentiert, dass diese Faktoren bestimmte Strecken wirtschaftlich unrentabel machen, eine Behauptung, der die Flughafenbehörden widersprochen haben, indem sie erklärten, dass der Dialog mit den Fluggesellschaften fortgesetzt wird.

Die Sorge besteht nun darin, wie sich der Verlust einer großen Billigfluggesellschaft auf den Zugang zu den Inseln auswirken wird. Ein geringeres Sitzplatzangebot kann zu höheren Flugpreisen und weniger Direktverbindungen führen, was sich wiederum auf den Tourismus und damit verbundene Sektoren wie das Gastgewerbe und lokale Dienstleistungen auswirken kann.

Eine breitere europäische Verlagerung

Das in Spanien und Portugal beobachtete Muster spiegelt eine breitere Verlagerung in ganz Europa wider. Ryanair hat ähnliche Kapazitätsreduzierungen in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Belgien bestätigt, wobei Berichten zufolge Millionen von Sitzen aus dem Gesamtflugplan gestrichen werden sollen.

Die Strategie scheint sich auf die Konsolidierung des Flugbetriebs auf größeren Basen und eine konstantere, ganzjährige Nachfrage zu konzentrieren. Kleinere Flughäfen, insbesondere solche, die auf Billigfluglinien angewiesen sind, um internationale Verbindungen aufrechtzuerhalten, sind von diesen Änderungen stärker betroffen.

Für die Reisenden dürften die Auswirkungen eher praktisch als dramatisch sein. Weniger Strecken und geringere Frequenzen können Kurzreisen weniger flexibel machen, insbesondere von Regionalflughäfen aus. Reisen, die früher auf Direktflüge angewiesen waren, erfordern nun möglicherweise Anschlussflüge oder Abflüge von größeren Städten.

Gleichzeitig bleibt das Streckennetz insgesamt umfangreich. Die großen Flughäfen in ganz Spanien und auf dem portugiesischen Festland bieten nach wie vor eine breite Palette von Flugverbindungen an, so dass kostengünstige Reisemöglichkeiten nach wie vor weit verbreitet sind. Der Unterschied liegt darin, wo diese Reisen jetzt beginnen.

Für Regionen, die Direktverbindungen verlieren, können die Auswirkungen jedoch unmittelbarer sein. Eine geringere Erreichbarkeit kann sich auf das Reiseverhalten auswirken, insbesondere in Gebieten, die von Kurzaufenthalten und saisonalem Tourismus abhängig sind.

Da sich die Fluggesellschaften an die steigenden Kosten und die veränderte Nachfrage anpassen, verändert sich das Gleichgewicht des europäischen Flugverkehrs allmählich. Die Konnektivität ist nach wie vor hoch, konzentriert sich aber zunehmend auf weniger und größere Orte.