Die meisten Investoren bewerten den Tourismus immer noch nach traditionellen Gesichtspunkten: Ankünfte, Auslastung und Saisonalität. Aber was vor Ort passiert, erzählt eine andere Geschichte.
Portugal zieht eine andere Art von Reisenden an - den Erlebnisreisenden. Er bleibt länger, gibt mehr Geld aus und beschäftigt sich intensiver mit den Orten, die er besucht.
Im Mittelpunkt dieses Wandels steht ein unwahrscheinlicher Treiber: das Essen.
Kulinarische Nachfrage verändert das Reiseverhalten
Die wachsende Präsenz Portugals im Guide Michelin und in den globalen Food-Medien ist nicht nur eine Anerkennung, sondern auch ein Signal.
Die Berichterstattung von Condé Nast Traveler und anderen hebt Portugal als eines der attraktivsten kulinarischen Reiseziele in Europa hervor. Das Essen ist nicht mehr nur ein Teil des Erlebnisses. Es ist zunehmend der Grund für eine Reise.
Und dieser Wandel verändert die Art und Weise, wie die Menschen entscheiden, wohin sie reisen - und wie sie ihre Ausgaben tätigen, wenn sie dort sind.
Das Erlebnis ist jetzt der Umsatzmotor
Der Reisende von heute achtet nicht mehr auf den Preis, sondern auf das Erlebnis.
Sie spazieren durch historische Stadtviertel. Sie essen vor Ort. Sie verbringen Zeit, anstatt auf der Durchreise zu sein.
Diese bewusstere Art des Reisens führt zu höheren Ausgaben pro Besucher, längeren Aufenthalten und mehr Wiederholungsbesuchen.
Einfach ausgedrückt: mehr Umsatz.
Im Gastgewerbe geht es nicht mehr nur darum, Zimmer zu füllen.
Es geht darum, Zeit, Aufmerksamkeit und Erfahrung zu gewinnen - und alle drei zu Geld zu machen.
Warum dies eine Investitionschance darstellt
Dieser Wandel schafft eine andere Art von Investitionsmöglichkeiten.
Boutique-Hotels und Kurzzeitvermietungen gewinnen in den wichtigsten Märkten an Anteil, angetrieben durch die Nachfrage nach lokalisierten, erlebnisorientierten Aufenthalten, die höhere Preise und ein stärkeres Engagement erfordern.
Da die Nachfrage bewusster wird, verbessert sich die Preissetzungsmacht, die Saisonabhängigkeit beginnt sich zu glätten und die Leistung wird besser vorhersehbar.
Wichtig ist auch, dass sich diese Nachfrage konzentriert.
Nicht in großen Urlaubsgebieten. Nicht in Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte.
Sondern in historischen Stadtzentren - begehbare, kulturell dichte Umgebungen, in denen Essen, Gastfreundschaft und Erlebnis aneinander grenzen.
Das ist der Ort, an dem Ausgaben getätigt werden - und wo sich Investitionsmöglichkeiten bieten.
Kultur trifft auf Kapital
Eine Reise beginnt nicht als Investitionsentscheidung. Aber sie führen oft zu einer solchen.
Daten von AirDNA zeigen, dass in Lissabon die Einnahmen aus Kurzzeitvermietungen nach der Pandemie im Jahresvergleich um über 30 % gestiegen sind, wobei die Auslastung und die Tagessätze das Niveau von vor 2019 übertrafen und die Erholung der traditionellen Hotels in den wichtigsten Zeiträumen übertrafen.
Dies spiegelt die Art und Weise wider, wie die Menschen heute reisen: Sie bevorzugen Stadtviertel gegenüber Hotelvierteln, geben dem Erlebnis den Vorzug vor der Standardisierung und schätzen das Eintauchen in die Welt mehr als den Komfort.
Und dieser Wandel ist jetzt investierbar.
Die gleichen Faktoren, die Reisende anziehen - Authentizität, Kultur und fußläufige Erreichbarkeit - führen auch zu einer besseren Preisgestaltung und Belegung für das Hotelgewerbe.
Mit der Zeit wächst die Vertrautheit. Die Besucher kommen wieder.
Das Engagement vertieft sich.
Und für einige entwickelt sich daraus eine Kapitalallokation.
Dies ist eine Investition in den Lebensstil - die Teilnahme an Orten, die Sie verstehen, schätzen und wieder besuchen.
Die Quintessenz
Portugal zieht nicht nur mehr Touristen an. Es lockt auch mehr wertvolle Touristen an.
Sie bleiben länger. Sie geben mehr aus. Sie kommen wieder.
Für Investoren im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Tourismus ist diese Entwicklung von Bedeutung. Denn eine stärkere Nachfrage führt zu widerstandsfähigeren, renditestärkeren Anlagen mit klareren Wegen zum Cashflow.
Öffentliche Märkte und Investmentfonds, die mit dem Gastgewerbe und dem Tourismus verbunden sind, profitieren von der steigenden Reisenachfrage. Die stärkste Positionierung haben jedoch Betreiber von Boutique-Hotels und Kurzzeitvermietern in stark nachgefragten, erlebnisorientierten Märkten.
Hier werden höhere Ausgaben, längere Aufenthalte und eine wiederholte Nachfrage direkt in Cashflow umgesetzt.
Dies ist kein kurzfristiger Trend.
Es handelt sich um einen strukturellen Wandel in der Art und Weise, wie sich Gastgewerbe und Tourismus in Investitionen niederschlagen. Und es ist noch zu früh.
Quellen:
- Michelin-Führer Portugal Überblick: https://guide.michelin.com/en/pt/restaurants
- Condé Nast Traveler - Berichterstattung über Portugal im Bereich Essen und Reisen: https://www.cntraveler.com/destinations/portugal








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