In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte der Vorstandsvorsitzende Michael O'Leary, dass der Billigflieger die Gespräche mit mehreren Anbietern fortsetze, darunter Starlink, Amazon Web Services und Vodafone, trotz des jüngsten öffentlichen Streits mit Elon Musk über den Satelliteninternetdienst.

Der Streit folgte auf die Entscheidung von O'Leary, die Installation von Starlink in den mehr als 600 Flugzeugen von Ryanair auszuschließen und dabei Bedenken hinsichtlich der Treibstoffeffizienz zu äußern. Bei den derzeitigen Wi-Fi-Systemen müssen die Antennen oben auf den Flugzeugen angebracht werden, was zu einem zusätzlichen Luftwiderstand führt, der die Treibstoffkosten um schätzungsweise 200 Millionen Dollar pro Jahr erhöhen könnte, sagte er.

O'Leary fügte hinzu, dass ein wesentlicher Streitpunkt mit den Anbietern die Annahme sei, dass die Passagiere bereit wären, für den Internetzugang an Bord zu zahlen. "Wir glauben nicht, dass unsere Kunden dafür zahlen werden", sagte er.

Der Ryanair-Chef wies jedoch darauf hin, dass sich die Technologie rasch weiterentwickle und dass bei künftigen Konstruktionen die Antennen in den Gepäckraum oder in die Bugspitze integriert werden könnten, so dass der Treibstoffverbrauch nicht mehr ins Gewicht falle. Solche Entwicklungen würden es der Fluggesellschaft ermöglichen, auf allen Flügen kostenloses Wi-Fi anzubieten.

"Wenn es soweit ist, werden wir in der Lage sein, kostenloses WLAN im gesamten Ryanair-Netz anzubieten", sagte O'Leary und sagte voraus, dass der Durchbruch innerhalb von drei bis fünf Jahren erfolgen könnte.

Er scherzte auch, dass sein verbaler Schlagabtausch mit Musk weitergehen könnte, indem er andeutete, dass die Auseinandersetzungen "noch mehr kostenlose Werbung" erzeugen würden.

Unabhängig davon argumentierte O'Leary, dass die europäischen Regierungen und nicht die Fluggesellschaften die Kosten für die Verhinderung von Störungen durch Drohnen tragen sollten, die in der Region wiederholt zu Flugverspätungen geführt haben.