Mehrere Abgeordnete des Parlaments in Westminster drängen die britische Regierung, diese Regelung mit der Europäischen Union neu zu verhandeln, da diese Beschränkung die Mobilität von Bürgern und Unternehmen erheblich behindere.
Diese Debatte ist für Portugal von besonderer Bedeutung, da das Land nach wie vor ein Hauptreiseziel für die britische Gemeinschaft ist, sowohl für ausgedehnten Tourismus als auch für Investitionen in Zweitwohnungen, insbesondere in den Regionen Algarve und Lissabon.
Derzeit dürfen sich Inhaber britischer Pässe nur 90 Tage innerhalb eines Sechsmonatszeitraums im Schengen-Raum aufhalten. Diese Beschränkung hat Hausbesitzer und Rentner dazu gezwungen, ihre Aufenthalte in Portugal erheblich zu verkürzen.
Die wirtschaftlichen Folgen dieser Maßnahme sind in Portugal vor allem im Immobiliensektor und im Wintertourismus zu spüren, die beide stark von britischen Saisonarbeitern abhängig sind. Vor dem Brexit konnten sich diese Personen frei bewegen; derzeit besteht die einzige legale Möglichkeit für diejenigen, die die Dreimonatsgrenze überschreiten wollen, darin, ein Aufenthalts- oder Langzeitvisum wie das D7-Visum zu erhalten.
Das Problem hat mit der bevorstehenden Einführung des Einreise-/Ausreisesystems (EES) der Europäischen Union, das die Aufenthaltsdauer von Nicht-EU-Bürgern digital und automatisch erfassen wird, noch an Dringlichkeit gewonnen. Dieses System wird praktisch unentdeckte Überschreitungen der Aufenthaltsdauer unmöglich machen und Verstöße mit hohen Geldstrafen und Einreiseverboten in den Schengen-Raum von bis zu 3 Jahren belegen.
Für portugiesische Reisende und nationale Unternehmen, die im Vereinigten Königreich tätig sind, könnte diese Regeländerung eine größere Fluidität in den geschäftlichen und beruflichen Beziehungen bedeuten.
Britische Abgeordnete, darunter Helen Morgan und Mary Foy, betonen, dass die Beschränkung nicht nur Rentner, sondern auch Fachleute und exportorientierte Unternehmen betrifft, die häufig zwischen den beiden Regionen reisen müssen.
Obwohl eine einseitige Änderung durch das Vereinigte Königreich nicht möglich ist, da die 90-Tage-Regel eine Standardverordnung der Europäischen Union für Drittländer ist, könnte eine ausgehandelte Ausnahme für britische Bürger unmittelbare Auswirkungen auf die portugiesische Wirtschaft haben.
Eine solche Ausnahme würde es beispielsweise Tausenden von Briten ermöglichen, ihre Konsumgewohnheiten beizubehalten, da die derzeitige Regelung sie zwingt, ihre portugiesischen Wohnsitze mitten in der Saison zu verlassen, wodurch Lücken im lokalen Handel und bei den kommunalen Dienstleistungen entstehen.








