In einer offiziellen Erklärung sagte die Europäische Kommission, dass "die überarbeiteten Regeln ein wichtiger Schritt in Richtung einer fairen Arbeitsmobilität in der EU sind".
Die neue Reform wird es den Ländern ermöglichen, strengere Grenzen für Sozialhilfeleistungen für EU-Bürger festzulegen, die "wirtschaftlich inaktiv" sind und keine ausreichende Verbindung zum lokalen Sozialversicherungssystem haben, wie Euro Weekly News berichtet.
Neue Grenzen für Leistungen
Millionen von Menschen leben außerhalb ihres Herkunftslandes, wie z.B. Rentner, Fernarbeiter, Arbeitssuchende und langfristig aufenthaltsberechtigte Personen, die auf grenzüberschreitende Rechte in Bezug auf Gesundheitsversorgung, Arbeitslosigkeit oder Familienleistungen angewiesen sind.
Die Sozialleistungen für im Ausland lebende Personen werden nicht vollständig gestrichen, doch soll mit der Reform klargestellt werden, wann die Länder die Zahlungen für im Ausland lebende Personen einschränken dürfen, die nicht arbeiten oder nicht ausreichend zum lokalen Sicherheitssystem beitragen.
Verringerung der Rechtsunsicherheit
Die Länder legen die Vorschriften unterschiedlich aus, was zu Streitigkeiten darüber führt, wer was zu zahlen hat, wenn Bürger von einem Mitgliedstaat in einen anderen umziehen; daher zielt die Reform auch darauf ab, die jahrelange Rechtsunsicherheit zu verringern.
Mit der Reform werden die Regeln für die Arbeitslosenunterstützung und die familienbezogene Unterstützung aktualisiert. Der Vorschlag sieht vor, dass Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat Arbeit suchen, bis zu einem halben Jahr lang weiterhin Arbeitslosenunterstützung von ihrem vorherigen Land erhalten können, während sie im Ausland suchen.
Änderungen für Grenzgänger
Grenzgänger haben unter Umständen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung aus dem Land, in dem sie zuletzt gearbeitet haben, und nicht aus ihrem Wohnsitzland. Diese Regelung gilt nur, wenn sie mindestens 22 Wochen lang ununterbrochen in einem anderen Land gearbeitet haben als dem, in dem sie offiziell wohnen. Dies könnte sich insbesondere auf die große Zahl von Arbeitnehmern auswirken, die zur Arbeit zwischen verschiedenen Ländern pendeln.
Die EU stellt klar, dass Familien weiterhin Anspruch auf bestimmte Zahlungen aus dem Land haben, das für ihren Sozialversicherungsschutz zuständig ist, auch wenn Familienmitglieder in einem anderen Land innerhalb der EU leben.
Debatte über Freizügigkeit
Fragen der Sozialsysteme, der Migration und der öffentlichen Ausgaben sind heikle Themen. Einige Regierungen argumentieren, dass die nationalen Systeme stärker davor geschützt werden müssen, dass Bürger Sozialleistungen beziehen, ohne einen ausreichenden Beitrag für das Land zu leisten. Andere argumentieren, dass dies die Grundpfeiler der Europäischen Union, nämlich die Freizügigkeit, schwächt.
Der Vorschlag muss noch formell genehmigt werden, bevor er offiziell umgesetzt werden kann, aber die Reform signalisiert, dass der Zugang der Bürger zu Sozialleistungen davon abhängt, ob jemand aktiv arbeitet und einen Beitrag zu dem Land leistet, in dem er wohnt oder nicht.








