"Eines der Hauptziele des Projekts ist der Aufbau einer lebendigen Bibliothek von Klängen und Erinnerungen der Azoren durch die Sammlung von Zeugnissen, Umgebungen, Musik und lokalen kulturellen Ausdrucksformen, die aktiv zur Erhaltung der kulturellen Identität der Azoren und zur Schaffung eines kollektiven Archivs beitragen, das von der Gemeinschaft selbst aufgebaut wird", so der Verein in einer Pressemitteilung.

Das von der Vereinigung Silêncio Sonoro entwickelte Projekt hat seinen Sitz im Rubro-Raum in Ponta Delgada auf der Insel São Miguel, wo auch das Tremor-Festival, die Yuzin-Agenda und das Plattenlabel Marca Pistola stattfinden.

Der ausschließlich online und nicht kommerziell betriebene Radiosender, der rund um die Uhr unter www.radiovaivem.pt zu hören ist, ist "vom freien und unabhängigen Geist der alten Piratenradios inspiriert" und präsentiert sich als "ein Raum, der für kollektive Beteiligung und kulturelle Experimente offen ist".

Rádio Vaivém wurde im Jahr der portugiesischen Kulturhauptstadt Ponta Delgada ins Leben gerufen und stellt sich als "Gemeinschafts- und Kulturprojekt" vor, das sich als "Plattform für die Schaffung, den Austausch und die Bewahrung von Inhalten, die von der azoreanischen Gemeinschaft selbst produziert werden", etablieren möchte.

Das Projekt umfasst bereits rund 30 Programme, darunter Gespräche mit lokalen Künstlern und Projekten, Autorenprogramme, Musikauswahlen, Hörspiele, DJ-Sets, Konzerte und Sondersendungen, die nach Angaben des Vereins "Erinnerung, Experimentieren und Zeitgenossenschaft miteinander verbinden".

Vaivém bezieht auch historische Inhalte ein, wie z. B. die Aufzeichnung der letzten Stunden der Radiosendung über die Revolution vom 25. April 1974, um "die historische Rolle des Radios als Instrument der Freiheit, der Nähe und der Kommunikation" hervorzuheben.

Die Vereinigung Silêncio Sonoro fördert auch die "Vaivém Residencies", ein künstlerisches Residenzprogramm, das lokalen Musikern "Raum, Zeit und Bedingungen für Zusammenarbeit, kreative Experimente und Studioaufnahmen" bietet.

"Für viele Teilnehmer ist dies die erste Erfahrung in einer Studioumgebung und bei einem Live-Auftritt, was das Engagement des Radiosenders für die aufstrebende künstlerische Entwicklung in der Region unterstreicht", betonte der Verband.