1. Die Diagnose setzt voraus, dass die Tics seit mindestens einem Jahr vorhanden sind
"Das Tourette-Syndrom (TS) ist eine neurologische Störung und wird aufgrund unwillkürlicher motorischer und stimmlicher/phonischer Tics diagnostiziert, die mindestens 12 Monate lang vorhanden sein müssen, um die Diagnosekriterien zu erfüllen", erklärt Davies.
2. Das Tourette-Syndrom umfasst ein breites Spektrum von Verhaltensweisen
"Tics können von leichten Tics wie Blinzeln und Räuspern bis hin zu sehr schweren Tics wie Koprolalie (unpassende Wörter und Sätze) oder Kopropraxie (anstößige Handgesten) reichen", sagt Davies.
"Es gibt auch etwas, das NOSI genannt wird (das steht für nicht-obszönes, sozial unangemessenes Verhalten oder Symptome), was die Betroffenen in große Schwierigkeiten bringen kann. Manche Menschen zeigen auch selbstverletzendes Verhalten, indem sie sich aufgrund ihrer Tics selbst schlagen.
3. Bei TS geht es nicht nur ums Fluchen
Eines der größten Missverständnisse im Zusammenhang mit dem Tourette-Syndrom ist, dass jeder Betroffene flucht oder sozial unangemessene Dinge sagt.
Koprolalie ist der klinische Begriff für Tics, die gesellschaftlich inakzeptable Wörter produzieren, aber nur etwa 10-30 % der Menschen mit TS haben dieses Symptom, so die Website von Tourettes Action.
"Die Voreingenommenheit oder die Stigmatisierung, die mit der Bezeichnung Tourette-Syndrom verbunden ist, hat größtenteils mit der negativen Voreingenommenheit der Medien gegenüber TS zu tun, die sich hauptsächlich auf Koprolalie konzentriert", sagt Davies. "Das ist es, was normalerweise im Fernsehen gezeigt wird und was der Algorithmus in den sozialen Medien oft anzeigt, aber es zeigt nicht das ganze Bild."
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4. Tics sind unwillkürlich
"Tics sind unwillkürlich, aber manche Menschen haben ein sogenanntes 'Vorgefühl', das so ähnlich ist wie das Gefühl, das man hat, bevor man niesen muss", erklärt Davies. "Manche Menschen sagen, dass sie ein Kitzeln oder ein Gefühl in ihrem Körper spüren, das anzeigt, dass Tics auftreten, aber das bedeutet nicht, dass sie etwas dagegen tun können."
5. Manche Menschen wenden Strategien an, um die Tics zu unterdrücken
"Manche Menschen können ihre Tics für eine gewisse Zeit unterdrücken, aber oft ist es in dieser Zeit wie ein Druckkochtopf, der sich aufbaut und sich sehr unangenehm anfühlt", sagt Davies. "Oft kommt es dann zu einem 'Rebound', d. h., wenn die Tics unterdrückt werden, treten sie in einer explosiveren, heftigeren Form auf.
"Deshalb kann es manchmal hilfreich sein, sich an einen sicheren Ort zu begeben, um die Tics herauszulassen.
6. Menschen neigen dazu, ihre eigenen spezifischen Umweltauslöser zu haben
"Es ist recht schwierig, die Reaktion auf die Behandlung von TS zu überwachen, da die Tics über Monate und Wochen hinweg ohne ersichtlichen Grund mal besser und mal schlechter werden können, und wir verwenden den Begriff Waxing and Waning", sagt Davies. "Allerdings gibt es oft umweltbedingte Schwankungen, und das ist bei jedem Kind oder Individuum anders.
Bei der Untersuchung stellt Davies ihren Patienten Fragen zu den Faktoren, die ihre Tics verschlimmern und die sie verbessern.
"Manche Menschen sagen zum Beispiel, dass ihre Tics dann auftreten, wenn sie entspannt sind und fernsehen, während andere sagen, dass ihre Tics dann besser sind. Es kommt also auf den Einzelnen an", sagt Davies. "Stress, Müdigkeit, Angst, Frustration und Hunger sind jedoch häufige Ursachen für die Verschlimmerung ihrer Tics.
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7. Gleichzeitige Erkrankungen sind sehr häufig
Laut der Website von Tourettes Action leiden bis zu 85 % der Menschen mit TS an Begleiterkrankungen und -merkmalen wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Zwangsstörungen und Angstzuständen.
"Wenn ich eine Untersuchung auf Tics durchführe, ist es genauso wichtig, all diese Aspekte zu berücksichtigen, denn so etwas wie die Zwangsstörung könnte das Leben der Betroffenen tatsächlich stärker beeinträchtigen", sagt Davies.








