Der Bericht empfiehlt außerdem eine Stärkung des Regulierungsrahmens und der Koordinierung zwischen Netzbetreibern und Großerzeugern, um ähnliche Ereignisse zu verhindern.

In dem Dokument, das von 45 Experten von Netzbetreibern und Regulierungsbehörden aus 12 Ländern erstellt wurde, wird erneut hervorgehoben, dass der Stromausfall, der Spanien und Portugal am 28. April 2025 betraf, der "schwerste und beispielloseste Vorfall im europäischen Stromsystem seit mehr als 20 Jahren" war.

Kombination von mehreren Faktoren

Die Untersuchung des Europäischen Netzes der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) kommt zu dem Schluss, dass die Situation auf eine Kombination mehrerer miteinander verbundener Faktoren zurückzuführen ist, darunter "Schwankungen, Lücken in der Spannungs- und Blindleistungsregelung, unterschiedliche Praktiken der Spannungsregulierung, rasche Produktionsreduzierungen und Generatorabschaltungen in Spanien sowie ungleiche Stabilisierungskapazitäten".

Diese Faktoren führten zu einem raschen Spannungsanstieg und einer kaskadenartigen Abschaltung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, was zu einem Stromausfall auf dem spanischen und portugiesischen Festland führte, wie in den im Oktober 2025 vorgelegten vorläufigen Ergebnissen festgestellt wurde.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse hat das Expertengremium heute Empfehlungen zu jedem der im Bericht genannten Faktoren vorgelegt, um ähnliche Ereignisse in Zukunft zu verhindern.

Rasche Wiederherstellung

Das Gremium hebt hervor, dass das Netz trotz des beispiellosen Zusammenbruchs schnell wiederhergestellt werden konnte: Portugal war innerhalb von 12 Stunden und Spanien innerhalb von 16 Stunden wieder vollständig an das Netz angeschlossen.

Die Liste der Vorschläge umfasst Maßnahmen wie die Stärkung der Betriebspraktiken, eine bessere Überwachung des Systemverhaltens sowie eine engere Koordinierung und einen besseren Datenaustausch zwischen den Akteuren des Elektrizitätssystems.

Verstärkung der Koordinierung

ENTSO-E betont, dass eine stärkere Koordinierung zwischen den Betreibern der Übertragungs- und Verteilungsnetze - in Portugal REN und E-Redes - und den großen Energieerzeugern und -verbrauchern "für die wirksame Bewältigung komplexer Ereignisse wie diesem" unerlässlich ist.

"Nachhaltige Anstrengungen zur Verbesserung der Betriebsverfahren und des Informationsaustauschs werden dazu beitragen, die Versorgungssicherheit für alle Verbraucher aufrechtzuerhalten", heißt es.

Notwendigkeit der Anpassung

Die Forschungsergebnisse unterstreichen auch "die Notwendigkeit, den regulatorischen Rahmen anzupassen, um mit der Entwicklung des Stromsystems Schritt zu halten".

"Der Stromausfall vom 28. April 2025 war ein noch nie dagewesenes Ereignis, und die Empfehlungen zielen darauf ab, die Widerstandsfähigkeit des Systems mit Lösungen zu stärken, die technologisch bereits verfügbar sind", erklären die Experten.

"Dieser Stromausfall macht deutlich, wie sich Entwicklungen auf lokaler Ebene auf das gesamte System auswirken können, und unterstreicht, wie wichtig es ist, eine enge Verbindung zwischen dem Verhalten und der Koordinierung der Systeme auf lokaler und europäischer Ebene aufrechtzuerhalten und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Marktmechanismen, der Regulierungsrahmen und die Energiepolitik mit den physikalischen Grenzen des Systems in Einklang stehen", betonen sie.

Sie betonen jedoch, dass die Überwachung der Umsetzung der vorgelegten Empfehlungen nicht in den Aufgabenbereich des Expertengremiums fällt.

"Die Verantwortung für die Analyse, Überwachung und Umsetzung der Empfehlungen liegt ausschließlich bei den jeweiligen Empfängern", heißt es in dem Dokument.